• pure

Was macht Menschen cool!

Egal ob Menschen oder Produkte: Manche sind einfach cool – aber was genau ist das eigentlich? Zwei Wissenschaftler sind dieser Frage in einer neuen Studie erstmals empirisch nachgegangen.

PURE! Das digitale Magazin - Was macht Menschen cool!

Über den Geschmack was "cool" ist oder nicht, lässt sich bekanntlich streiten: Fakt ist aber, das Wort kennt jeder - aber was ist Coolness und warum gilt cool sein als cool? Sind wir bereits von Natur aus cool oder lässt sich coolness antrainieren oder erlernen?

Manche Menschen halten den Fußballtrainer Jürgen Klopp als ziemlich cool und andere finden das neue iPhone ziemlich cool.


Der deutsche Duden führt das Wort seit 1980. Er versteht darunter zum einen die Eigenschaft, stets die Ruhe zu bewahren, keine Angst zu haben, nicht nervös zu werden. Und zum anderen sei cool gleichbedeutend mit „in hohem Maße gefallend“ oder „der Idealvorstellung entsprechend“.


Ulla Haselstein (Amerikanistin und Historikerin an der FU Berlin) beschäftigt sich mit der Entwicklung des Coolness-Begriffs und stellt klar: „Man kann nur von anderen als cool bewertet werden.“ Das Leben sei wie ein Theater, bei dem wir uns Ausstattung und Verhaltensweisen aneignen, die unsere Mitmenschen wie ein Publikum beurteilen. „Wenn wir heute sagen, dass etwas cool ist, dann drücken wir damit also Bewunderung aus.“


Auch die Werbeindustrie profitiert von dem Begriff - diese Art des Nicht-Angepasst-Seins wirkt auf junge Menschen attraktiv. Wer sich anpasst, ist langweilig. Allerdings gibt es heute keine so starken Autoritäten mehr, an denen man sich orientieren oder gegen die man rebellieren könnte. Besonderes junge Menschen lassen sich schnell mit einer Anti-Haltung identifizieren.


Anette Geiger ist Kultur- und Kommunikationswissenschaftlerin an der Hochschule für Künste in Bremen und ist Co-Autorin eines Buches zum Thema Coolness. Sie interpretiert Coolness anders: "In den 60ern wollten 20-jährige Jugendliche, zum Beispiel in den Jazz-Clubs oder in der Punk- und Rockerzeit, noch cool sein. In den Neunzigern und Zweitausendern hat sich das aber verändert“, sagt Anette Geiger. „Die Jugend genießt die Freiheit, dass es schon fast unheimlich erscheint“ Junge Erwachsene beschäftigen sich heute mit Selbstverwirklichung. Und dabei hilft cool sein überhaupt nicht. Es gibt nichts mehr wogegen man rebellieren kann - man hat einfach kaum Einschränkungen.


Die 20-Jährigen heute beschäftigen sich weniger möglichst cool zu sein, sondern eher mit anderen Fragen. Ganz verschwunden ist die ursprüngliche Coolness aber auch heute nicht. „8 bis 12-Jährige wollen noch cool sein. Sie haben noch mehr Punkte, bei denen sie gegen ihre Eltern rebellieren können.“ Ansonsten ist es einfach ein beliebiges Wort bzw. Modebegriff geworden, das wir für vieles verwenden, das uns gefällt.

© 2020 by think.smart GmbH | Königsallee 27, 40212 Düsseldorf | agentur@think-sm.art