Was bedeutet Empathie und wann kann sie uns gefährlich werden?

Leslie Jamison, die US-amerikanische Autorin hat eine Essay-Sammlung über Empathie geschrieben. In ihren Essays „Die Empathie -Tests“ schaut sie genauer hin, schreibt über Sentimentalität und echtes Gefühl und darüber dass Empathie kompliziert ist und manchmal auch gefährlich sein kann.

Die Gefahren


1) Ablenkung von den eigenen Themen

Damit ist gemeint, wenn man ständig Empathie für andere empfindet, sich um seine eigenen ernsten Themen aber nicht kümmert. Wenn man sich dadurch ablenkt und durch das Teilen eines Gefühls sich etwas anfühlt, als sei es erledigt (ist es aber nicht).


2) Annahme und Übergriffigkeit

Es besteht außerdem auch immer die Gefahr, dass man einfach etwas vermutet. Dass man annimmt, wie der andere sich fühlen könnte. Empathie bedeutet zu versuchen, zu verstehen, was bei jemand anderem los ist. Annahme oder Projektion allerdings seien eher eine Art von Arroganz. Der Grat zwischen Anteilnahme und Übergriffigkeit ist schmal. Am besten helfe dagegen fragen und zuhören.


3) Erschöpfung des Mitleids

Einige Psychologen und Mediziner sprechen häufig von einer Erschöpfung des Mitleids. Denn manchmal führt Empathie, die man ständig und zu intensiv empfindet, in die Erschöpfung. Und das führt dann dazu, dass man sich selbst schützen will, was wiederum dazu führt, dass wir weniger in der Lage sind zu helfen.


4) Sentimentalität

Die Gefahr von Sentimentalität liegt darin, wenn sie uns zu sehr das Gefühl gibt, dass ja bereits etwas getan wurde, dass es jetzt ja schon genug ist.


Zuhören und Fragen


Man kann emphatisch sein, indem man einfach zuhört und versucht, zu verstehen, was bei dem anderen los ist. Fragen stellen und zuhören ist das Allerwichtigste. Und manchmal fühlt man sich in jemand ein und fragt sich: was, wenn das mir passiert wäre? Empathie besteht darin, dass man sich vorstellt, wie es ist, wenn man das selbst erleben würde. Dass man sich in die Lage des anderen hineinversetzt. Es kann beim anderen auch etwas in Gang setzen, wenn man etwas von sich selbst erzählt. In dem Moment kann es helfen, dass der andere besser sich fühlt und dadurch getröstet wird.

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