Warum es so wichtig ist, dass wir uns berühren

Aktualisiert: 20. Nov 2018

Wir leben in einer Gesellschaft, in der Berührungen immer weniger werden und sich Menschen zunehmend über neue Medien austauschen, weniger über persönliche Begegnungen und somit auch die Möglichkeiten von Körperkontakt immer geringer werden.

Gerade im Herbst, wenn die Tage dunkler werden und sich unser Leben mehr nach Innen verlagert, spüren wir jedoch wieder unsere Sehnsucht nach Nähe, Wärme und Gehalten werden. Ein Mangel an Berührungen kann sich auf unsere Psyche auswirken und besonders Singles und alleinstehende, ältere Menschen leiden darunter.


Die positiven Aspekte von Berührungen

Bei Berührungen werden Hormone ausgeschüttet, die uns guttun! Oxytocin z.B. bewirkt, dass unser Stresslevel genauso wie unser Butdruck sinkt, Ängste und Schmerzen werden als weniger stark wahrgenommen und man hat sogar herausgefunden, dass regelmäßige Umarmungen unser Immunsystem stärken. Unser Körper reagiert also ganz automatisch positiv auf Berührungen und zieht seinen Nutzen daraus.


Doch auch unser inneres Empfinden profitiert von regelmäßigen Berührungen. Wer berührt wird, fühlt sich geborgen. Als Kind haben wir das ganz selbstverständlich erlebt, wenn wir vor etwas Angst hatten, uns traurig, oder unwohl fühlten, haben wir uns in die Arme von Mama oder Papa gekuschelt und uns sofort sicherer und gehalten gefühlt. Umarmt zu werden ist Balsam für unsere Seele und schenkt uns ein Gefühl von „Angenommen sein“, dass uns hilft uns zu entspannen und wohlzufühlen.


Es lohnt sich also, wenn wir uns trauen, uns mehr und bewusster zu berühren und einer Umarmung in unserem Alltag mehr Bedeutung und Achtsamkeit schenken.


Worauf es beim Berühren ankommt

Es gibt einen Unterschied zwischen Anfassen und berühren. Wir alle kennen diese kurzen Umarmungen, bei denen man eigentlich gar keine Zeit hat in den Kontakt hinein zuspüren. Oder das Streicheln des Partners, dessen Aufmerksamkeit gar nicht bei uns ist und die Berührung sich irgendwie leer anfühlt.


Die Berührung lebt von unserer Präsenz! Lassen wir uns wirklich auf den anderen Menschen ein? Sind wir mit unseren Gedanken bei dem Menschen und der Verbindung, oder schon beim Einkauf fürs Wochenende? Fühlen wir selbst uns eigentlich gerade damit wohl? Je achtsamer wir mit uns selbst umgehen, um so achtsamer und aufrichtiger können wir andere Menschen berühren. Unsere innere Haltung bestimmt den „Wert“ der Berührung.

In unserer Gesellschaft ist es leider immer unüblicher sich zu berühren, außerhalb von familiären, oder partnerschaftlichen Kontexten: Dabei kann es ganz viel bewirken, wenn wir unserer Kollegin in einer anteilnehmenden Geste die Hand auf die Schulter legen, oder eine Freundin richtig lange zum Abschied umarmen.


Die Familientherapeutin Virginia Satir sagt: „Wir brauchen vier Umarmungen am Tag, um zu überleben, acht Umarmungen, um stabil zu bleiben und zwölf, um uns weiterentwickeln zu können“. Und gerade jetzt, in der dunklen Jahreszeit, wo wir uns nach Wärme sehnen, können wir uns mit achtsamen Umarmungen wahre Geschenke machen.

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