Healthy Friday: Von Hatha zur Ziege- Welcher Yoga Stil passt zu mir?

Yoga ist eine uralte Trainingsmethode für Körper und Geist, die sich seit einigen Jahrzehnten auch bei uns in der westlichen Welt großer Beliebtheit erfreut. Und dafür gibt es viele gute Gründe, denn die positiven Auswirkungen von Yoga auf deinen Körper und Geist sind zahlreich. Ob Stress abbauen, abnehmen, Schmerzen lindern oder das Bindegewebe straffen: Yoga stärkt Körper und Geist und ist mehr als einfach nur Sport.

Auf die Matte, fertig, los! Das regelmäßige Ausrollen der Yogamatte und mit dem Sonnengruß in den Tag starten, ist schon lange nicht mehr ein Teil der Morgenroutine für eingefleischte Esoterik-Fans. Yoga ist massentauglich geworden und hält für jeden Anspruch das Passende parat. Zu Zeiten in denen Dauerstress, Burn-out und andere psychische Leiden Hochkonjunktur haben ist es also gar nicht so verwunderlich, dass Yoga immer mehr begeisterte Anhänger findet.


Wir verbinden Yoga zumeist mit den Körperübungen, den sogenannten Asanas. Diese sind zwar ein wichtiger Teil der Yoga Praxis, aber Yoga ist mehr als nur körperliches Training. Hinter Yoga steht eine uralte Lebensphilosophie - eine indische Tradition, wo der Geist im Mittelpunkt steht. Das Wort Yoga stammt aus dem Sanskrit und bedeutet so viel wie „Einheit“ oder „Harmonie“. Das erklärt sehr gut, worum es beim Yoga geht: Die verschiedenen zentralen Komponenten des Yogas und die zahlreichen Asanas und Atemübungen bringen Körper, Geist und Seele in "Harmonie".


Wie finde ich den richtigen Yoga Stil?

Als Yoga Anfänger weiß man sich zwischen Hatha Yoga, Ashtanga Yoga, Jivamukti Yoga usw. gar nicht richtig zurechtzufinden und was das alles eigentlich bedeutet. Grundsätzlich kannst du mit jedem Yoga Stil anfangen. Es ist normal, dass du etwas Zeit brauchst, um dich hinein zu finden. Wir empfehlen, erst einmal die einzelnen Haltungen (Asanas) kennen-zulernen und den Fokus auf die Korrektheit der Ausführung zu legen. Um dir den Einstieg zu erleichtern, stellen wir dir einige bekannte Yoga Stile vor. Von Entspannung bis schweiß-treibend ist für jeden etwas dabei.


Hatha Yoga - Grundform aller Yoga Arten und perfekt für Einsteiger

Hatha Yoga ist der ideale Einstieg, um Yoga kennenzulernen. In diesem Yoga Stil verbinden sich alle traditionellen Elemente der indischen Yoga-Tradition: Körperhaltungen (Asanas), Atemübungen (Pranayama), Entspannung und Meditation. Die Yoga Übungen werden langsam durchgeführt, lange gehalten und auch Atemübungen und Meditation prägen den Yoga-Stil. Mit gutem Grund ist Hatha Yoga eine der populärsten Yoga Arten: Alter, Ge-schlecht oder Fitnesszustand spielen für diesen Yoga Stil keine Rolle.

Ziel: Festigung des Gleichgewichtssinns (körperlich und innerlich), Atemkontrolle und Stärkung der Flexibilität der Muskeln.


Yoga zum Entspannen: Spirituelles Kundalini Yoga

Kundalini Yoga gilt als das ursprünglichste Yoga. Es basiert auf den Lehren von Yogi Bhajan. Wer sich darauf einlassen kann, findet hier viel Entspannung. Meditation, Mantren, Atem-techniken und Mudren (Finger- und Handhaltungen) nehmen hier viel Raum ein. Ideal ist es für alle, die mehr Wert auf Durchhaltevermögen statt Dynamik setzen und sich für Spiritualität und die Kunst des richtigen Atmens interessieren. Die Übungen im Kundalini Yoga werden auch Kriyas genannt.

Ziel: Aktivierung der Kundalini Energie, die durch die sieben Chakren (Zentren des Bewusstseins) fließen und dadurch Glück, Gesundheit und ein erweitertes Bewusstsein bringen soll. 


Sportliche Herausforderung: Ashtanga/ Power Yoga

Einen sehr dynamischen Stil, der vor allem auf die sportlichen Elemente des Yoga setzt und dementsprechend vor allem für sehr sportliche Menschen geeignet ist, die sich so richtig auspowern wollen. In einem sehr schnellen Flow absolvierst du eine Serie mit festgelegten Asanas, die immer wieder wiederholt werden. Die Asanas hältst du dabei nur etwa fünf Atemzüge lang. Insgesamt gibt es sechs Serien von Haltungen – mit der nächsten Serie beginnt man erst, wenn man die vorherige sicher beherrscht. Der Schwierigkeitsgrad steigt von Serie zu Serie. Sprünge sind auch nicht selten, was den Puls ordentlich in die Höhe treibt. Ashtanga Yoga ist auch die Basis für das derzeit besonders beliebte Power Yoga. Hier wird jedoch die Reihenfolge der Asanas flexibel gestaltet.

Ziel: Kräftigung, Kondition und Lösen von Blockaden


Yoga zum Dehnen - Die heiße Variante: Bikram Yoga / Hot Yoga

Ganz anders als Yin Yoga (die sanfte Variante), aber ebenfalls super geeignet, um deine Muskeln zu dehnen, ist Bikram Yoga bzw. Hot Yoga. Der Name weist bereits darauf hin, was diesen Yoga Stil ausmacht: Bikram Yoga praktizierst du in einem etwa 40 Grad warmen Raum mit mindestens 40 Prozent Luftfeuchtigkeit. Das Tempo ist eher gemäßigt, aber die Temperatur stellt höchste Ansprüche an dein Herz-Kreislauf-System und das, ohne die Knochen und Gelenke zu belasten.

Die schweißtreibende Wärme fördert die Beweglichkeit und die Entgiftung des Körpers, der Stoffwechsel und die Durchblutung werden angeregt und ordentlich Kalorien verbrannt. Eine klassische Yogaeinheit besteht aus 26 Yoga Übungen und zwei Atemübungen, besonders die Wirbelsäule bzw. die Rückenmuskulatur wird gekräftigt. Kein Wunder, dass dieser Yoga-Stil auch bei Stars und Sternchen hoch im Kurs steht.

Ziel: Steigerung der körperlichen Fitness, Bodyforming, Durchblutung und Stoffwechsel, Ausdauer, Flexibilität


Yoga für Experimentierfreudige - Anti-Gravity-Yoga: Anziehungskraft austricksen

Beim Anti-Schwerkraft-Yoga (auch Aerial Yoga) hängst du ganz entspannt in der Luft. Möglich wird dies durch ein großes, trapezförmiges Tuch, das von der Decke herabhängt.

Spielerisch kannst du mithilfe des Tuchs die üblichen Asanas neu erleben und besser (oder anders) kennenlernen. Das Training mit dem Tuch erfordert Loslassenkönnen und Vertrauen. Belohnt wirst du mit viel Spaß, einem effektiven Muskeltraining für Arme, Beine, Rücken, Bauch und Schultern, mit mehr Flexibilität und einer verbesserten Balance.

Der Yoga-Stil ist weniger meditativ und entspannend, macht aber riesigen Spaß und bringt den ganzen Körper in Form.

Ziel: Fitness, Kräftigung und Bodyforming, Ganzkörpertraining, Tiefenmuskulatur und Körperspannung

Von Bier bis Ziege: Außergewöhnliche bis skurrile Yoga-Stile

Für Menschen die mit Sport oder dem klassischen Yoga nichts abgewinnen können, haben sich bisweilen ziemlich neue, kuriose Yoga-Varianten entwickelt. Zwar haben sie mit den Grundgedanken der spirituellen Yogis nur noch wenig gemein - sind aber durchaus amüsant!


Nackt-Yoga

In der Gruppe einfach mal die Hüllen fallen lassen.

Das soll laut Erfinderin Isis Phoenix nachsichtiger mit sich selbst und anderen machen und ein absolutes Freiheitsgefühl mit sich bringen. Es geht darum, den Körper mit seinen „Makeln“ voll annehmen zu lernen. Mit dieser Form von Yoga soll der Einklang zwischen Körper und Seele erreicht werden. Zudem könne die Energie viel freier fließen, da sie nicht von Kleidung blockiert werde. Das ist etwas für Experientierfreudige!


Yoga mit Ziegen - Goat Yoga

Erfunden hat es Lainey Morse, eine Farmerin aus dem US-Staat Oregon. Die Asanas werden hier im Heu oder auf der Wiese praktiziert, während die süßen Ziegen munter auf den Kursteilnehmern herumhüpfen. Besonders für Tierfreunde eine interessante Alternative.


Wut-Yoga 

Hier wird geflucht, geschimpft und geschrien was das Zeug hält. Soll entspannend wirken und sich positiv auf die Atmung auswirken. Wer nach Feierabend einfach mal Dampf ablassen will, sollte danach Ausschau halten.

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