Veränderung - der Weg zu sich selbst

Vor genau 369 Tagen ist es soweit - der Möbelwagen fährt bei mir vor. Umzug nach 18 Jahren von einer überschaubaren Kleinstadt im Taunus in die Weltstadt Hamburg.

Copyright Hannah Meinhardt


Drei starke Männer packen meine 53 Kisten, indem sich mein ganzes Leben befindet in den Laster. Keine zwei Stunden später schließt sich nicht nur der LKW sondern auch ein großes Kapitel in meinem Leben. Freiwillig und mit ganzem Herzen.


Der eingespielte und scheinbar wie von selbst laufende Trott, der seit Jahren gelebt wird, wird durch meine bewusste Entscheidung zur Veränderung komplett durcheinander gewirbelt.


Veränderung ist erstmal potentiell eine Gefahr für das eigene „Überleben“ und wenn es noch zu- sätzlich mit Anstrengung verbunden ist, wird sich das Gehirn und der Körper immer wieder die allergrößte Mühe geben, um uns von dem Plan der Veränderung abzubringen. Den Rest bringt bei mir die Familie ...


Der Gegenwind bläst auf einer Skala von 1-10 bei 8. Der Protest ist präsent und viele Tränen flie- ßen. Erhobene Zeigefinger der älteren Generation dauergezückt und die Worte „Denk an dein Umfeld!“ klingen noch in meinem Ohr.

Immer wieder versuche ich mich selbst zu motivieren und zu fokussieren. Auf mich und mein Leben, denn ich habe nur dieses eine. So wie jeder von uns. An mein Umfeld habe ich 18 Jahre lang gedacht, jetzt bin ich dran und das mit Stolz und erhobenen Hauptes. Mut tut gut.


Egal wie groß oder klein die Veränderung bei jedem ist. Ob im Alltag kleine Veränderungen vorge- nommen werden, die Großes bewirken oder man den Mut fasst, einen großen Traum endlich für sich zu verwirklichen. Es hat immer mit Bewegung zu tun und zwar mit der eigenen. Doch Veränderung macht oft zunächst einmal Angst, Nervosität lässt einen manchmal etwas „schwimmen“ in einem Gewässer, welches wir nicht kennen. Gedanken drehen sich wie ein Strudel, der uns droht nach unten zu ziehen. Raus aus dem alten Teich, in dem wir uns schon so lange bewegen. Raus aus der Komfortzone, die verführerisch lockt: „Bleib lieber bei mir“ oder „Hier ist das Gewohnte, das Beständige, das Geordnete, das Sichere“.


Doch genau das ist es, was uns so viel nimmt. Die Neugier, das Spannende, Neue, Unbekannte. Wir alle können raus aus dem eigenen Muster und ein neues stricken und zwar nach unseren ei- genen persönlichen und einzigartigen Vorstellungen! Wir brauchen das vor niemanden zu rechtfertigen. Die Dynamik, die dabei entsteht, wenn wir uns für uns selbst bewegen, ist großartig. Die Zeit schlägt stets für uns, nicht gegen uns. Gestatten wir uns das und zwar jeden Tag aufs Neue: klei- ne, winzige oder große Veränderungen für unseren Herzensweg. Für unsere Seele, die sich da- durch immer wieder neu erfahren kann.


Sich aus der eigenen Komfortzone herauszubewegen, ist dennoch mit Anstrengung verbunden und kostet Kraft. Seine eigenen Grenzen, die wir uns selber in unseren Köpfen erschaffen, dabei überwinden.


Woher können wir neue Kraft für Veränderung nehmen? Kraft für Veränderung schaffen wir, indem wir anhalten, Pause machen, innehalten, hinfühlen, in uns reinhören und uns selbst die Frage stellen: Was ist mir persönlich wichtig in meinem Leben? Welche Haltung, Qualität und Werte möchte ich verinnerlichen und verkörpern? Und dann dahin- gehend eine Entscheidung treffen. Dann kommt sie - die Kraft - von innen, die wir brauchen, um die Veränderung anzugehen.


Immer wieder werde ich gefragt „Warum bist du nach Hamburg gezogen? Wegen der Liebe? Wegen des Jobs?“ Ich antworte stets mit einem Lächeln im Gesicht: „Weder noch. Sondern nur für mich selbst. Für mein Herz. Denn ich bin der beste Grund etwas in meinem Leben zu verändern.“

Die ganze Geschichte meines Weges zu mir selbst könnt ihr ab September 2019 in meinem neuen Roman „Ich bin Grund genug“ lesen, der im September 2019 erscheint. Hier geht es um Veränderung, Motivation, Hamburg und Liebe pur!

www.kathrinschumann.de

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