So bleibt Frau Gesund

In unserem hektischen Alltag mit den unterschiedlichen Herausforderungen, die Frau bewältigen muss, wird es dem weiblichen Geschlecht nicht leicht gemacht eine gesunde Balance für Körper, Geist und Seele zu finden.

Achtung: Suchtgefährdung

Zwar neigen Frauen allgemein weniger zum Genuss von Alkohol, Zigaretten oder Drogen als Männer, doch gerade bei Alkohol ist der gesundheitlich noch unbedenkliche Konsum sehr viel geringer: Mehr als 12 g pro Tag sollten es für Frauen nicht sein – und die hat man schon nach 0,1 Liter Wein oder 0,25 Liter Bier im Körper! Was darüber hinaus geht, wird schon als riskanter Alkoholkonsum bezeichnet. Nach Selbstangaben weisen 13,8 % der deutschen Frauen einen gesundheitlich riskanten Alkoholkonsum auf (bei den Männern sind es 18,2 %). Außerdem sollte an mindestens 2 Tagen pro Woche gar kein Alkohol konsumiert werden.

Anders sieht es beim Konsum von Arzneimitteln aus: Schätzungen zufolge gibt es 1,5 bis 1,9 Millionen medikamentenabhängige Patienten in Deutschland, von denen zwei Drittel weiblich sind. Vor allem im Bereich der Psychopharmaka werden Frauen mehr Medikamente verordnet als Männern.

Auf die Psyche achten

Zwar geben 66,6 Prozent der Frauen ihren allgemeinen Gesundheitszustand als gut oder sehr gut an, doch 13 Prozent fühlen sich seelisch belastet (bei den Männern sind es laut Eigenangaben nur 8%). Auch die Lebenszeitprävalenz einer diagnostizierten Depression liegt bei Frauen doppelt so hoch wie bei Männern (15,4 % vs. 7,8 %).

Zu den Belastungen, die Frauen häufiger betreffen gehören neben Stress im Beruf auch die Pflege von Angehörigen, egal ob Kinder oder Eltern, und die unterschiedlichen Rollenerwartungen. Auch hormonelle Umbruchphasen wie Schwangerschaft oder Wechseljahre können das seelische Wohl­be­fin­den beeinflussen. Wichtig für die psychische Gesundheit ist daher ein ausgewogenes Ver­hält­nis von Anspannung und Entspannung.

Aktuelle Studie: Schwangerschafts-Diabetes und Wochenbettdepression

Ganz aktuell wird über eine Studie berichtet, nach der bei Frauen, die in der Schwangerschaft die Diagnose Diabetes erhalten haben, ein höheres Risiko für eine postpartale Depression besteht. Schwangerschafts­dia­be­tes ist die häufigste Begleiterkrankung in der Schwangerschaft, die allerdings zu ernsten Komplikationen für Mutter und Baby vor und bei der Geburt führen kann. Die meisten Frauen mit diagnostiziertem Gestationsdiabetes haben nach der Geburt ihres Kindes keine Probleme mehr mit ihrem Zuckerstoffwechsel; doch laut der Studie von Azami et al (2019) steigt für sie die Gefahr einer Wochenbett-Depression.

Präventiv sollte daher bei allen Schwangeren zwischen der 24. und der 28. Schwangerschaftswoche ein Blutzucker-gestützter Suchtest zur Früherkennung durch­gefüh­rt werden. Dieser ist nicht verpflichtend, wird aber von den Frauenärzten angeboten und inzwischen übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen auch die Kosten dafür.

Nach der Geburt sollten die betroffenen Mütter und ihre Angehörigen und Hebammen auf Anzeichen einer postpartalen Depression achten und ggf. ärztliche Hilfe suchen: Zu den Symptomen gehören unter anderem Appetitverlust, Schlaf­störungen und schnelles Ermüden, Schuldgefühle und Konzentrationsprobleme. Im Gegensatz zum häufigeren und nur kurzzeitigen „Baby-Blues“ verschwinden die Symptome der Wochenbettdepression nicht so schnell wieder.

Frauen denken ganzheitlich

Was sich Frauen von einer modernen Medizin wünschen, beleuchet die bekannte Gynäkologin Prof. Dr. Ingrid Gerhard auf ihrem Netzwerk Frauengesundheit: eine ursachenorientierte und nicht nur symptomorientierte Herangehensweise und ein Mitspracherecht, wenn es um die Behandlung geht. Sie wünschen sich „ein Netzwerk von Therapeuten, die sich respektieren und die verschiedene Heilmethoden anbieten, um jeder Frau in ihrer Eigenart gerecht zu werden“ sowie „natürliche Methoden, die die Selbstheilungskräfte aktivieren und kaum Nebenwirkungen haben“. Kein Wunder beschäftigen sich Frauen sehr viel häufiger mit alternativen und naturheilkundlichen Therapien als Männer und übernehmen mehr Verantwortung für ihre Gesundheit.

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