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Slow Travel: Mehr als ein Rhythmusgefühl

Die Tourismusbranche hat ihre Strukturen in der Vergangenheit auf Schnelligkeit und Effizienz hin entwickelt – und stößt damit an ihre Grenzen. Jenseits von Massen-Tourismus, Pauschalreisen gibt es "Slow Travel" als neue Form der Erlebnisreise. Sicher ist, dass die Welle durch den Buchautor Dan Kieran ordentlich in Bewegung gekommen ist. Sein Buch "Slow Travel. Die Kunst des Reisens“ ist ein Loblied an die Langsamkeit.

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Er meidet Flugzeuge und fährt lieber mit dem Zug - das hat mit seiner Flugangst zu tun, aber mehr noch mit seiner Abneigung gegen hektische, flüchtige Eindrücke. Sein langsames Reisen findet außerhalb von Massentourismus und Pauschalreisen statt. Ungefähr dort, wo sich der Reisende der Regie des Zufalls überlässt.


Was mit dem Sog der Slow Food Bewegung begann, wird in der Freizeit- und Tourismus-Branche weitergeführt. Die begann in den 1980er Jahren in Italien aus Protest gegen die Eröffnung einer Fastfoodkette in Rom. Mit ihrer Philosophie des „langsamen Essens“ zielen die Anhänger des Slow Food auf eine neue Genusskultur, eine bessere Qualität in der Ernährung und Gastronomie, letztlich auf einen Wandel der Lebensmittelindustrie. Slow Food und slow travel gehören beide zum slow movement.


Die Wiederentdeckung der Langsamkeit beim Reisen

Gemeinhin herrscht die Auffassung, dass langsames Reisen etwas mit Entschleunigung zu tun habe. Oft aber auch einfach mit reduzierter Geschwindigkeit. Das hieße, Wandern wäre die Urform von Slow Travel, was nicht ganz von der Hand zu weisen ist.


Slow Travel ist allerdings nicht als Bewegung zu sehen. Vielmehr ist es ein Gefühl. Ein Glücksgefühl nach Momenten, die man nicht planen kann. Sie sind so individuell wie jeder Mensch und können daher im Luxus- sowie im Low Budget Segment realisiert werden.


Es geht um den wachsenen Anspruchs nach Selbstgestaltung des eigenen Urlaubsideals. Das Tempo drosseln, Qualitätserlebnisse anders wahrnehmen, wirklich genießen statt nur Eindrücke sammeln. Bedingt wird der Wandel durch das immer stärker verbreitete Gefühl, dass die Welt schneller zu werden scheint und der Alltag definitiv komplexer wird. Hier werden die Zeiten des Resets, des Pausierens, Tiefdurchatmens und Anhaltens umso wertvoller.


Wer heute langsam und achtsam unter dem Aspekt „less is more“ verreist und seine Freizeit gestaltet, der strebt nicht nach Action und Adrenalin. Es ist vielmehr die Suche nach einer neuen Klarheit und Fokussierung in Körper und Geist. 

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