Schubladen im Kopf

Keiner will sie haben – die Vorurteile über Menschen. Schublade auf, Meinung rein, Schublade zu. Es erleichtert uns die Denkarbeit. Je schneller wir einen Menschen einordnen können, bleiben mehr Kapazitäten für andere Gedankengänge.

Vorurteile sind wichtig, weil wir schnell über eine Situation entscheiden können. Machen uns misstrauisch gegenüber dem Unbekannten. Schützen uns vor Gefahren – wir spüren ein Unwohlsein und ein Unbehagen in uns, schützen uns vor Verletzungen.


Haben wir uns bereits eine Meinung über Menschen oder einer Sache gebildet, sind wir bereits beeinflusst in unserer Denkweise, Wahrnehmung und Erfahrung:

Frauen können schlecht einparken, blonde Frauen sind dumm, tätowierte durchtrainierte Männer sind kriminell und Männer, die rosa tragen, sind sowieso schwul. Wir reflektieren einfach unsere Denkweise was auf eine große Mehrheit aus einer bestimmten Gruppe zutrifft, auf den einzelnen. So muss ich nicht jedes Mal neu darüber nachdenken.

Steckt man eine einzelne Person in eine bestimmte Schublade, ohne diese genauer zu kennen, dann wird daraus schnell ein Vorurteil begleitet von negativen Gefühlen.


Unsere Erfahrungen im Leben haben uns vielleicht in unseren Vorurteilen vorab geprägt. Meine Eltern oder Freunde waren auch schon immer dieser Ansicht und Meinung.

Bereits in unserer Entwicklung sind wir in Schablonen des menschlichen Denkens gefangen. Mädchen kichern viel und spielen mit Puppen, Jungs hingegen sind wild und weinen nicht.


Vorurteile hat jeder, wie stark sie sind beeinflusst das soziale Umfeld, das Elternhaus, die eigene Erfahrung und die Gesellschaft in der man lebt. Schimpft der Vater über den arbeitslosen Hartz-IV-Empfänger mit der Bierflasche, nehmen die Kinder dieses Vorurteil wahr.


Wenn wir uns mit diesen Vorurteilen selbst reflektieren und uns zum Beispiel für unfähig und dumm halten, sehen wir nur noch unsere Misserfolge und Fehler. Oder wenn ich glaube unattraktiv zu sein, bremst mich das vielleicht bei der Partnersuche aus. Ich kann keine andere Meinung über mich bilden, wie ich Erfahrungen mache. Fühle mich in meinem Vorurteil bestätigt. Ich habe dieses Vorurteil über mich Wirklichkeit werden lassen.


Was mit unseren Vorstellungen zusammenpasst, sehen wir schneller, gewichten wir stärker und glauben wir eher. Wir sollten lernen unsere Urteile selbst zu bilden und diese zu hinterfragen. Ist es ein Vorurteil, das wir angenommen haben oder nicht ausreichend informiert sind? Es ist zwar nicht leicht den „STOPP-Knopf“ im Kopf zu drücken. Doch jeder Mensch hat das Recht auf eine Chance, auch wenn wir ihn erst kritisch unter die Lupe nehmen. Öffnen wir uns Dingen oder Situationen, die uns bisher niemand zugetraut hat. Nur so können wir „fair“ sein und neue Erfahrungen sammeln.

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