Ohne Muh und Määh - eine gute Alternative

„Die Milch macht´s“ Jahrzentelang warb die CMA, mittlerweile verbliebene Werbeorganisationen der deutschen Agrarwirtschaft, um den Wert der Kuhmilch ins rechte Licht zu rücken. Heute müsste es heißen: Die Milchalternative macht´s. Denn die Umsätze wachsen und gedeihen stetig - anders wie bei herkömmlicher Milch.

Vielfalt ohne Ende

Dazu hat die Kreativität der „Pflanzenmilch-Macher“ beigetragen. Während es zurückblickend nur Soja- und Reisdrinks gab, werden heute Milchalternativen aus Getreide, zum Beispiel Hafer, Dinkel und Hirse, Mandeln und Nüssen bis hin zu den Specials aus Macadamia, Hanf oder Lupinen. Der neue Vegan Trend: Erbsenmilch aus den USA. Das Start up Ripple Foods aus dem Silicon Valley hat sie in den USA bereits Anfang Mai 2016 auf den Markt gebracht. Da die gelben Hülsenfrüchte aus Frankreich kommen, haben wir gute Chancen für eine europäische Markteinführung.


Pure Erbsenmilch (Original oder Original ohne Zucker) ist eine cremige, weiße Flüssigkeit, die der Milch sehr ähnlich sieht und auch genauso wie Kuhmilch schmeckt. Und dank ohne zugesetztem Zucker relativ süß schmeckt. Gerade bei Ersatzprodukten bezweifeln Ernährungswissenschaftler, ob diese tatsächlich gesünder sind. Mandeldrinks aus dem Supermarkt bestehen zum größten Teil aus Wasser. An zweiter Stelle folgt gleich der Zucker und dann erst folgen die Mandeln mit einem Anteil von etwa drei Prozent. Verschiedene Vitamine und Calcium werden zugesetzt, um dem Geschmack der Kuhmilch sehr nahezukommen. Nur leider auf künstliche Art und Weise.


Der vegane Milchersatz aus Erbsen ist laktose-, gluten-, soja-, nuss- und gentechnikfrei, enthält keinerlei Milcheiweiß oder und kann laut Ripple dabei helfen, durch nachhaltige Produktion den ökologischen Fußabdruck zu reduzieren.


Aber stopp: Als „Milch“ dürfen die pflanzlichen Alternativen nicht gehandelt werden. Denn dieser Begriff ist nur der tierischen Milch reserviert (Kuh, Schaf, Ziege oder Pferd). Darum werden die pflanzlichen Alternativen meistens „Drink“ genannt oder auch Hafergetränk.


Gute Alternative

Kaum zu glauben – aber bis 1990 war der Verkauf von Milchalternativen verboten, um den Absatz der Milchprodukte nicht zu gefährden. Dabei freuen sich nicht nur alle, die vegan leben über die Alternative im Regal. Auch alle, die an Milchzuckerunverträglichkeit oder Allergien haben, sind sie eine echte Bereicherung.


Auch in Punkto Nährstoffe können sie sich sehen lassen: Sie liefern zum Beispiel ungesättigte Fettsäuren, lösliche Ballaststoffe für den Organismus und zur Darmgesundheit. Soja und Lupine liefern sogar ernährungsphysiologisch hochwertiges Eiweiß. Allerdings: Kalzium ist leider nur in der Kuhmilch enthalten. Deshalb wird manchmal zugefügt.


Unterm Strich

Die Milchalternativen können so richtig in der Ökobilanz punkten. Die Erzeugung von Sojamilch verursache nur ein Viertel der Treibhausgase und beanspruche rund 60 Prozent weniger Fläche im Vergleich zu Kuhmilch. Dabei kommt es natürlich auch auf die Herkunft der Zutaten an. In der Regel werden Rohstoffe aus Europa verwendet.


Wunderliches zum Schluss

Pflanzendrinks haben ihren Preis. Den in der Flower-Power-Milch steckt mehr Mehrwertsteuer. Sie werden vom Staat als Genussmittel betrachtet und mit satten 19 Prozent Umsatzsteuer geführt. Während die Milch als Lebensmittel gilt und mit sieben Prozent Umsatzsteuer belegt wird. Leider zum Nachteil der seit langem vegan lebenden Menschen oder Menschen mit Unverträglichkeiten.

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