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Massage - die Kunst der Berührung

Aktualisiert: 23. Okt 2019

Wohlige Atmosphäre, ein wenig Zeit für uns und zwei Hände, die nur damit beschäftigt sind, unsere Blockaden und Verspannungen aufzulösen. Eine Massage ist wundervolle Form der Berührung, die nicht nur unseren Körper entspannen lässt, sondern auch unsere oft so unruhigen Gedanken.

Massagen sind Balsam für Körper, Geist und Seele. Es gibt wohl kaum einen Menschen, der es nicht liebt, sich entspannt den Rücken massieren zu lassen. Das liegt vor allem daran, dass körperliche Berührungen so starke Auswirkungen auf uns haben. Alles ist miteinander verbunden, und deshalb können Berührungen des Körpers auch direkt auf unsere Seele einwirken. Für Menschen sind Berührungen überlebenswichtig. Ein Neugeborenes, das keinen Hautkontakt oder andere menschliche Berührungen erfährt, wird sogar krank. Das zeigt, wie wichtig die Berührung durch einen anderen wirklich ist. Massage ist so etwas wie konzentrierte Berührung. Ein anderer Mensch widmet sich ganz uns und unserem Körper. Was für ein wunderbares Gefühl. Denn verlangen wir nicht alle nach Aufmerksamkeit und Zuwendung?


Für die Lebensqualität

Im Alltag kommen diese Bedürfnisse oft zu kurz, oder werden in zwischenmenschlichen Beziehungen mit allerlei Erwartungen und Ansprüchen verknüpft. So werden Berührungen zwischen Männern und Frauen meistens mit einer erotischen Bedeutung verbunden. Doch es kann auch ganz einfach nur schön sein sich gegenseitig durch körperliche Berührungen etwas Gutes zu tun. Massage wird oft nur im physiotherapeutischen und medizinischen Zusammenhang oder eben im erotischen Zusammenhang gesehen. Dadurch geht viel an Lebensqualität verloren. Man stelle sich vor, wie sich das Lebensgefühl verändern würde, wenn Menschen, die zusammen leben, sich täglich kurz gegenseitig eine absichtslose Massage geben würden. Der Zuwachs an Wohlbefinden im Alltag könnte enorm sein.


Kneten und Streichen

Eine Massage wird mithilfe von unterschiedlichen Berührungen und Bewegungen durch-geführt. Dazu gehören das Reiben, Streichen, Kneten, Klopfen und Vibrieren. Je nach Art der Massage wird dies mit den Händen durchgeführt, mit dem Körper des Masseurs oder mit bestimmten Hilfsmitteln wie Bürsten oder Steinen. Von der Massageform ist auch abhängig, welche Bereiche des Körpers im Mittelpunkt der Anwendung stehen.

Die Haut und die darunter liegenden Gewebe werden, meistens mit den Händen, bearbeitet. Da wird gezupft, geknetet, geklopft, gewalkt – bei einigen Massageformen kommt so vielleicht schnell der Vergleich zur Bearbeitung des Teigs beim Brotbacken auf. Denn manchmal muss tatsächlich kräftig geknetet werden, damit das verspannte Gewebe endlich wieder weich und geschmeidig wird. Andere Methoden der Massage arbeiten auf einer subtileren Ebene des Körpers, die Berührungen sind feiner und gezielter und sehr wirkungsvoll.


Alles ist verbunden

Woher kommt diese Wirkung? Im Körper ist alles miteinander verbunden. Und über die Ober-fläche der Haut lassen sich die darunter liegenden Schichten erreichen. Über die Berührung wird ein Reiz in den Körper gegeben. Ein Reiz, der den Körper anregt und aktiviert. Dadurch wird dann unter anderem der Fluss der Lymphe und die Durchblutung des Gewebes angeregt. Durch die stärkere Bearbeitung kommt einfach Bewegung in den Körper. Vor allem im Bereich der Muskeln sind diese Auswirkungen enorm. Unsere Muskulatur ist häufig verspannt. Stress, Fehlhaltungen und einfach die Tatsache, dass viele Muskeln nur selten wirklich richtig genutzt werden, führen dazu, dass sich dort Verhärtungen bilden.

Diese unangenehmen Knubbel im Muskel kennt jeder. Sie können der Ursprung von so mancherlei Beschwerden und Schmerzen sein. Denn so eine Verspannung ist wie eine Blockade, die Auswirkungen auf ihre Umgebung hat. Vor allem Schmerz und Bewegungs-einschränkungen gehören dazu. Gerne siedeln sich die Muskelverhärtungen im Bereich des Rückens, der Schultern und des Nackens an. Und deshalb sind das auch die beliebtesten Bereiche für eine Massage. Wenn der Kopf schmerzt und nicht mehr so richtig drehen will, der Nacken steif ist und der Rücken unter der Last der Verspannung ächzt, dann sehnen wir uns meistens nach einer richtig schönen Massage, die uns dabei hilft, wieder in die Entspannung zu kommen. Wer kennt dieses Gefühl nicht?


Warum tun Massagen gut?

Alleine schon die Vorfreude auf die Massage tut gut. Zu wissen, dass wir uns gleich in einen geschützten Raum begeben, in dem ein Mensch nur darauf wartet, sich um unser Wohl-ergehen zu kümmern, ist schon eine Wohltat. Eine Zeit, nur für uns und unseren Körper. Im stressigen Alltag sind solche Momente wie eine Oase in der Wüste. Meistens geht die Massage damit einher, dass wir uns öffnen. Wir lassen jemanden an unsere Haut, wir lassen uns berühren. Und das im wahrsten Sinne des Wortes. Die körperliche Berührung geht oft mit einer emotionalen und seelischen Berührung einher. Denn wenn die körperliche Ver-spannung sich auflöst, dann lösen sich auch nicht selten die zugrunde liegenden Themen.


Die klassische Massage ist die Schwedische Massage. Hier knöpft sich der Masseur ganz pragmatisch mit den Händen genau den Bereich vor, an dem es schmerzt. Und dann wird das ganze Repertoire an Massagegriffen angewandt, um die Verspannung zu lösen. Wohltuend ist dies auf jeden Fall, wenn es denn von der Intensität her dem entspricht, was der zu massierende Mensch bevorzugt. Denn häufig wird ordentlich zugegriffen, bis hin zur Schmerzgrenze, was nicht jeder mag. Allerdings kann gerade dann, wenn die Ver-spannungen sehr hartnäckig sind, so eine Intensität auch sehr willkommen sein .


Bindegewebsmassage, Tiefe Gewebemassage und mobilisierende Massage beschränken sich nicht auf die Bearbeitung der Muskeln. Hier werden Bindegewebe, Sehnen, Gelenke und Faszien in die Massage miteinbezogen. Durch entsprechenden Druck sollen Verhärtungen und Blockaden an strategischen Stellen aufgelöst werden. Je tiefer es dabei ins Gewebe geht, desto schmerzhafter kann es zugehen.


Bei der Triggerpunktmassage muss man häufiger die Zähne zusammenbeißen, denn der Druck auf einen Triggerpunkt kann vergleichbar sein mit dem Auffinden des Zahnnervs, wenn der Zahnarzt bohrt. Triggerpunkte sind spezifische Punkten am Körper, die meistens sehr verhärtet und sehr schmerzhaft sind. Doch wenn sich dort erst einmal etwas löst, ist die Erleichterung meistens auch ganzheitlich. Frei nach dem Motto: Wenn es was bringen soll, muss es wehtun.


Exotische Massagen erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie beruhen sich auf die alten Lehren der Medizin und des Lebens. Hinzu gehören die Thai Massage, das Shiatsu und die Tuina Massage. Die Thai Massage beruht auf der Lehre des Ayurveda, der altindischen Lehre vom Leben, aus dem auch das Yoga kommt. Basierend auf den Energiebahnen und -punkten des yogischen Menschenbildes besteht die Massage aus passiven Dehn- und Streckübungen in Verbindung mit Akupressurtechniken an ausgewählten Punkten des Körpers. Shiatsu ist so etwas wie das japanische Pendant dazu. Allerdings wird hier von Masseur oder Masseurin voller Körpereinsatz geleistet. Das Gewicht des eigenen Körpers wird dabei für Drucktechniken genutzt und wenn es richtig eingesetzt wird, kann es so einiges lösen. Im Mittelpunkt der Ayurvedischen Massage steht der Mensch mit seiner individuellen Konstitution. Die Lehre des Ayurveda geht davon aus, dass unterschiedliche konstitutionelle Typen entsprechend abgewandelte Behandlungen brauchen. Und so gibt es nicht einfach nur eine ayurvedische Massage zum Wohlfühlen, sondern gleich ein ganzes Paket an Anwendungen. Was dann ausgewählt wird, hängt ganz vom persönlichen Gesundheitszustand ab. Bei der ayurvedischen Massage wird viel mit Ölen gearbeitet, die wiederum auch speziell in ihrer Wirkung abgestimmt werden.


Wenn statt des Kopfes plötzlich die Füße im Mittelpunkt stehen, dann geht es wahrscheinlich um eine der bekanntesten Spezial-Massagen – die Fußreflexzonenmassage. Unsere Füße haben täglich viele Lasten zu tragen. Und wenn man bedenkt, dass sich auf unseren Füßen der ganze Körper in Form von Reflexzonen abbildet, dann sollten wir ihnen eigentlich jeden Tag diese Art der Massage gönnen. Die Fußreflexzonenmassage gehört zu den effektivsten und einfachsten Möglichkeiten, schnell und ohne Aufwand den ganzen Körper zu ent-spannen. Über die Fußsohlen und die Oberseite der Füße können über die richtigen Tricks und Kniffe alle Organsysteme und Bereiche des Körpers erreicht und beeinflusst werden.

Bei der Klangmassage sind es nichts anderes als die Frequenzen von Tönen, die den Massageeffekt bewirken. Nada Brahma – die Welt ist Klang. Das wussten schon die alten Inder und entwickelten auf dieser Basis die Klangmassage. Klangschalen in unterschiedlichen Größen und Frequenzen werden auf den Körper aufgelegt und in Schwingung versetzt. Die Klangmassage wirkt im Energiefeld des Körpers und kann hier ganz intensive Auswirkungen haben. Vor allem sehr sensible Menschen geraten bei der Klangmassage im wahrsten Sinne des Wortes in Wallungen.


Bei der Tantra Massage wird es prickelnd: Dass körperliche Berührungen ganz automatisch auch in einen sexuellen Kontext gesetzt werden, ist nicht verwunderlich. Wenn zwei Menschen sich berühren, kann ganz schnell auch erotische Spannung entstehen. Wie weit man dabei geht, bleibt den Beteiligten selbst überlassen. Ganz klare Regeln gibt es dagegen bei der Tantra Massage, der erotischen Massage mit Tiefenwirkung. Aus einer Philosophie der altindischen Schriften abgeleitet, hat sich Tantra quasi zum Begriff für erotische Massage mit Bewusstseinserweiterung entwickelt, die durch gezielte Massage der Geschlechtsorgane erreicht werden soll. Doch auch wenn eine Massage nicht auf sexueller Ebene ausgelebt wird, hinterlässt sie meist ein wohliges Prickeln auf der Haut. Denn schon die Berührung an sich ist so intim, dass sie uns sprichwörtlich unter die Haut geht.

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