Ist Margarine gesünder als Butter?

In keinem anderen Land kommt soviel Butter aufs Brot, wie in Deutschland. Gesundheitsbewusste Menschen greifen gerne zur Margarine, denn Butter genießt nicht gerade den besten Ruf – es gibt unzählig viele Geschichten und Mythen zu beiden Streichfettproduktionen. Mit dem Artikel versuchen wir etwas Klarheit zu schaffen, welches Produkt besser für deine Gesundheit ist.

Veganer gegen Butterfreund – die Fakten

Unter den Brotschmierern herrscht schon lange Zeit ein Glaubenskrieg: es kommen Themen wie Tierleid, Massentierhaltung und Ausbeutung der Milchkühe auf den Tisch. Generell können auch in tierischen Produkten teilweise Rückstände von Antibiotika/ Hormonen festgestellt werden.


Hartnäckig hält sich jedoch die Behauptung, Butter ist reiner „Dickmacher“, verstopft die Gefäße und Cholesterin ist für den Menschen gefährlich.


Heißes Battle Butter gegen Margarine

Der Hauptunterschied ist, dass Margarine rein pflanzlich und künstlich hergestellt wird, Butter dagegen ist ein Naturprodukt, das nur aus Milch hergestellt werden darf.


Die Butter

Butter ist ein reines Naturprodukt und wird aus dem Rahm der Milch hergestellt.


Der Fettgehalt der Butter ist heute kein schlagkräftiges Argument mehr: In der Low Carb oder Keto Ernährung ist die Butter aus Weidehaltung (Ghee) allerdings kaum mehr aus dem Kühlschrank wegzudenken und stellt die Hauptenergiequelle dar. Hergestellt wird Ghee aus herkömmlicher Butter oder besser Weidebutter und erfreut sich gerade in Ayurveda-Kreisen großer Beliebtheit. Wir haben doch mittlerweile gelernt, dass gesunde, natürliche, nicht industriell verarbeitete Fette nicht fett machen und nicht wirklich gesundheitsschädlich sind (Transfette ausgenommen!)


Auch der Kaloriengehalt gibt keinen nennenswerten Unterschied – denn Margarine besteht ebenfalls zu 80 % aus Fett. Viel wichtiger ist hier der Blick auf die in Butter oder Margarine enthaltenen Transfettsäuren. Hier ist man bei der Butter auch nicht fein raus. Sie enthält ebenfalls Transfette. Allerdings entstehen diese bereits in den Pansen der Kühe und gelangen auf natürlichem Wege in die Butter.


Butter enthält Cholesterin: Was wir wissen ist, dass Cholesterin absolut essenziell für unseren Körper ist – daher kann er auch selbst Cholesterin herstellen. Je mehr Cholesterin wir über die Nahrung zu uns nehmen, desto weniger produziert der Körper selbst Cholesterin. Er steuert also den Cholesterinspiegel selbst. Es ist nicht empfehlenswert den Cholesterinwert zu senken, wenn wir gesund sind oder der Arzt keine Maßnahme empfiehlt.


Mittlerweile wurde festgestellt, dass gesättigte Fette keine negativen Auswirkungen auf unseren Körper haben. Gefährlich wird’s erst, wenn wir gesättigte Fette im Blut haben, also erhöhte Triglycerid-Werte. Und daran sind nicht die Fette schuld, die wir zu uns nehmen, sondern die große Menge an Kohlenhydraten. Es gibt natürlich gesündere und etwas weniger guten Fette, aber grundsätzlich ist der Verzehr von Fetten wichtig.


Die Butter lässt sich besser verstreichen als die Margarine. Bei qualitativ hochwertigen Butter von Weidekühen besteht das Problem allerdings nicht. Margarine enthält entsprechende Zusatzstoffe, die sie streichzarter macht.


Du stehst in der eigenen Verantwortung, welche Qualität bei dir auf den Teller kommt. Achte beim Kauf deiner Produkte auf die Art, Haltung und Fütterung der Tiere. Dann bist du auch hier auf der sicheren Seite und brauchst keine Angst vor Hormonen oder anderen schlechten Stoffen haben.


Die Margarine

Sie diente schon immer als billige Alternative zu Butter. Die Idee dazu hatte Napoleon. Nicht zur Margarine direkt, sondern für ein Produkt derselben Eigenschaften. Leider wurde sie erst gegen Ende des 19. Jahrhunderts erfunden. Napoleon wäre sicher stolz auf diese Erfindung gewesen. Wir blenden kurz die Inhaltsstoffe ein, die früher zur Herstellung gedient haben: nämlich Seife, Pottasche und Wasser. Später kam eine Kombination aus Rinderfett, Milch, Wasser, gehacktem Schafmagen und Kuheutern zum Einsatz.


Heute besteht Margarine aus Ölen oder Fetten, die mit Wasser und Emulgatoren zu einer streichbaren Masse verarbeitet werden. Die butterähnliche Farbe wird durch Zusatz von Betacarotin erreicht. Salz, Säuerungsmittel und Aromen sorgen für Geschmack. Zusätzlich werden oft noch die Vitamine A und D hinzugefügt.


Auch bei der Margarine gibt es qualitativ große Unterschiede. Margarine besteht hauptsächlich aus Pflanzenölen. Margarine wird durch chemische Prozesse streichfest gemacht. Dabei entstehen sogenannte Transfettsäuren, die wiederum das schlechte Cholesterin LDL und somit das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen. In den industriellen Transfettsäuren der Margarine ist viel Elaidinsäure enthalten. Elaidinsäure werden krebsfördernde Eigenschaften zugesprochen. Diabetes 2 begünstigen und entzündungshemmende Eigenschaften aufweisen.


In der Bio-Margarine sind nur noch wenig bis selten Transfettsäuren enthalten. Das wäre mit Sicherheit ein Kaufargument. Der Herstellungsprozess wurde inzwischen so optimiert, dass Margarine in Europa mittlerweile nahezu frei von diesem ungesunden Bestandteil ist.


Anders als bei Butter hängt es bei Margarine vor allem davon ab, ob sie gesund ist oder nicht, welches Öl für die Herstellung verwendet wird. Eine optimale Mischung von Fettsäuren bieten Oliven-, Raps- oder Leinöl. Weniger gut in der Zusammensetzung dagegen sind Sonnenblumen-, Mais- oder Distelöl - sie enthalten zu viele Omega-6-Fettsäuren. Denn ideal ist ein Verhältnis von 5:1.


Die Margarine ist meist ein „Billigprodukt“, was auch auf minderwertige Zutaten zurückführt. All das Gute in der Margarine, das angepriesen wird (Vitamine und cholesterinsenkende Inhaltsstoffe etc.), wird aber später künstlich hinzugefügt. Es gibt Berichte darüber, dass Margarine mit Schadstoffen belastet ist.


Unterm Strich hat die Butter wahrscheinlich ein wenig die Nase vorn. Sie konnte doch von den meisten Argumenten freigesprochen werden. Vorausgesetzt die Qualität stimmt.


Aber: ob letztendlich Butter oder Margarine für dich das Rennen macht, entscheidet letztendlich der Gaumen. Vegetarier werden weiterhin zur (Bio-) Margarine greifen. Achtung: auch der Margarine sind ab und an tierische Fette zugefügt. Studiere daher genau die Zutatenliste oder stelle deine Butter oder Margarine einfach selbst her.

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