Genießen Sie die Hitze? Machen Sie sich auf mehr gefasst: Der Klimawandel ist längst da


Ist das schon der Klimawandel, wenn im Alten Land bei Hamburg dieses Jahr zuckersüße Aprikosen gepflückt werden? Ja und nein. Dieser Sommer in Europa ist besonders. Besonders heiß, besonders trocken. Von den klimaschädlichen CO2-Emissionen der vergangenen Jahrzehnte lässt sich eine Linie zum Hitzesommer 2018 ziehen – sie verläuft allerdings nicht gerade, sondern über langfristige Temperaturtrends. Deren Richtung steht unzweifelhaft fest. Es geht nach oben; die Welt wird immer wärmer.


Der Klimawandel ist eine Katastrophe auf Raten und auch darum nicht leicht zu begreifen. Vor allem für Klimaskeptiker, die an kalten Wintertagen fragen, wo sie denn bliebe, die versprochene Erderhitzung. Wetter ist aber nicht dasselbe wie Klima; letzteres ist weit langfristiger und stabiler. Auch ein heißer Sommer wie dieser kommt eben vor. Er wird allerdings immer wahrscheinlicher. Wissenschaftler aus Oxford kommen zu dem Schluss, dass die diesjährige Hitzewelle in Europa durch den Klimawandel begünstigt wurde – die Wahrscheinlichkeit für die anhaltende Dürre hatte sich aufgrund der Erderhitzung verdoppelt.


Der Klimawandel steht nämlich nicht bevor, wir befinden uns mittendrin. Das Umweltbundesamt belegt, dass sich Europa zwischen 2002 und 2012 stärker erwärmte als der globale Durchschnitt: 1,3 Grad Celsius über dem vorindustriellen Niveau (weltweit waren es 0,8 Grad). Werden die klimaschädlichen CO2-Emissionen nicht entscheidend verringert, steuert die Welt auf eine Erwärmung von 0,2 Grad Celsius pro Jahrzehnt zu. Mit verheerenden Folgen für ein so empfindliches System wie das Weltklima: Dürren, Überschwemmungen, Tropenstürme treffen viele der ärmsten, ungeschütztesten Regionen der Welt. Küstenregionen versinken in Fluten, ganze Länder versteppen, wird die globale Erwärmung nicht gestoppt. Die Landkarte der Welt würde neu geschrieben werden müssen.


Der Ausreißer wird zum Normalfall


Selbst ein reiches Land wie Deutschland, das sich vor den schlimmsten Folgen der Klimakatastrophe schützen kann, würde sich verändern. Sommer wie dieser könnten dann bald schon der Normalfall sein: mit Ernteausfällen, Waldbränden, Fischsterben. Manchen Auswirkungen kann man entgegentreten. Naturnahe Wälder mit ihrer gemischten Vegetation sind weniger feueranfällig als Monokulturen; Landwirte müssen ihre Tierbestände reduzieren – schon aus Klimaschutzgründen, aber auch weil das Futter nicht reicht: Viele Bauern mussten diesen Sommer Notschlachtungen vornehmen. Sie müssen aber auch sinnvoll auf die Temperaturerhöhungen reagieren und gegebenenfalls andere Nutzpflanzen anbauen. Weiterhin Ernteausfälle in Kauf zu nehmen und auf staatliche Entschädigungen zu hoffen, ist kein zukunftsfähiges Modell.


Quelle: Greenpeace Website

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