Frisch getrennt? 4 Tipps, wie du die Zeit nach einer Trennung überstehen kannst

Aktualisiert: 15. Jan 2019

Es ist mit das Schlimmste, was uns passieren kann. Der Mensch den wir lieben, mit dem wir uns in der Zukunft gesehen haben, verlässt uns. Unsere Welt, unsere Pläne und oft auch unser Ich, brechen zusammen und der Schmerz in unserem Herzen wirkt sich auf unser komplettes Leben aus.

Manchmal sind wir gar nicht mehr arbeitsfähig, manchmal versuchen wir durch dumme Aktionen das Ganze irgendwie zu retten, manchmal wünschen wir uns nicht mehr zu existieren, manchmal machen wir uns schreckliche Vorwürfe und manchmal werden wir unfassbar wütend. Jeder Mensch reagiert individuell auf so ein einschneidendes Erlebnis. Doch auf jeden von uns wartet ein schmerzhafter Prozess, den wir niemand anderem wünschen würden. Dieser Prozess bedeutet Loslassen und Veränderung und das ist für uns Menschen verdammt schwierig. Wie es dennoch gelingen kann, erfährst du in den folgenden 4 Punkte.


1. Annehmen

Im Annehmen liegt die Kraft loszulassen und sich für neue Perspektiven zu öffnen. Gleichzeitig ist es genau das, was wir in so einer Situation am wenigsten zulassen wollen. Wir können von uns selbst nicht erwarten, dass wir von heute auf morgen mit der Situation zurechtkommen. Auch darin liegt ein Annehmen. Aber wir helfen unserem Herzen, wenn wir zulassen zu fühlen. Wenn wir den Schmerz nicht permanent versuchen zu ignorieren, sondern uns Zeiten zugestehen, in denen wir ihm Raum geben. Und ja das wird sich vielleicht schrecklich anfühlen und ein bisschen so, als müsste man sterben. Aber Liebeskummer ist tatsächlich wie ein kleiner Tod. Wir müssen ein altes Leben, ein altes Ich und eine alte Bindung gehen lassen. Uns in unserem Schmerz ernst zu nehmen und dem Schmerz erlauben da zu sein, ist ein wichtiger Schritt, um wieder Boden unter den Füßen zu gewinnen und nicht erst Jahre später von alten Dämonen eingeholt zu werden. Also müssen wir durch das Fühlen hindurch gehen, uns unserem Schmerz stellen, um uns in diesem Prozess wieder selbst zu begegnen und die Kraft zu finden, aufzustehen.


2. Ablenken

Ja, auch das ist wichtig, wenn wir Liebeskummer haben. Wir können nicht von morgens bis abends in unserem Schmerz baden. Unser Körper und unser Kopf brauchen zwischendurch Pause, um wieder zu Kraft zu kommen und zu erkennen und zu spüren, dass das Leben auch noch schöne, helle und erfüllende Momente für uns bereit hält. Bewegung und Aktion sind dabei unsere Schlüssel. Oft erstarren wir förmlich bei Liebeskummer, der Körper hat keinen Hunger mehr, will sich nicht mehr bewegen, sondern lieber stundenlang auf dem Sofa liegen und sich Totstellen. Das ist auch völlig in Ordnung und dennoch braucht es einen Gegenpol. Arbeiten zu gehen ist eine hilfreiche Ablenkung, denn wir sind gezwungen uns auf ganz andere Dinge zu konzentrieren und bleiben in einem beständigen Umfeld und Rhythmus, so dass wir uns nicht ganz verlieren. Außerdem befinden wir uns dadurch automatisch im Kontakt mit anderen Menschen, was ebenfalls hilft. Bewegung und Sport sind wahre Wundermittel, um wirklich eine kurze Ruhe in uns selbst zu finden. Hilfreich sind Sportarten, die uns nötigen, absolut aufmerksam zu sein! Ein Kletterkurs z.B. kann eine tolle Möglichkeit sein! Beim Klettern muss man sich maximal konzentrieren, fordert seinen Körper und hat gar keine Zeit, um zu verkopfen. Höchstens im Hinblick darauf, wie zum Teufel man zum nächsten Klettergriff kommen soll. Wichtig dabei ist, milde mit sich selbst zu sein. Sicherlich ist der Körper in der Phase des Liebeskummers nicht zu Höchstleistungen fähig.


3. Herzensmenschen

Wenn wir uns verlassen und einsam fühlen, braucht es liebe Menschen! Der Kontakt zu Familie und Freunden ist in dieser Zeit sehr wichtig. Sowohl, um über das Geschehene sprechen zu können (denn unsere Gedanken drehen sich dann meistens unaufhörlich im Kreis und es tut so gut, ein Gegenüber dafür zu haben), als auch, um sich abzulenken. Gemeinsam ins Kino gehen, einen Ausflug machen, kochen oder nur gehalten zu werden, während die Tränen laufen dürfen. Unsere Lieblingsmenschen sind die Rettungsanker für unser verzweifeltes Herz in dieser Zeit.


4. Sei lieb zu dir selbst

Viele von uns zerfleischen sich förmlich vor Vorwürfen, fragen sich, was an ihnen falsch ist, dass sie nicht mehr geliebt werden und der Selbstwert sinkt völlig in den Keller. Die Reaktion eines anderen Menschen bestimmt plötzlich sehr stark unseren eigenen Wert. Jeder von uns macht Fehler, niemand ist perfekt und doch haben wir in den Momenten immer nur so handeln und reagieren können, wie es uns zu diesem Zeitpunkt möglich war. Selbstvorwürfe helfen uns nicht weiter. Stattdessen sollten wir den Fokus darauf legen, uns trotz des Dramas selbst gut zu behandeln! Es ist wichtig, dass wir uns liebevoll um unseren Körper kümmern, genauso wie um gesundes Essen, denn wir brauchen Kraft in diesen Zeiten. Es ist wichtig, sanft und nachlässig mit sich selbst zu sein, seine Grenzen zu achten und sich kleine Lichtblicke zu verschaffen, auf die sich ein kleines bisschen gefreut werden kann.

Abschließend lässt sich sagen, Liebeskummer hat die Macht uns richtig fertig zu machen, doch gleichzeitig liegt auch die Kraft der Transformation in einer Trennung versteckt. Wenn sich das Leben langsam wieder sortiert, der Schmerz nicht mehr völlig unseren Alltag beherrscht und wir uns wieder ein gutes Zuhause geschaffen haben, dann können wir uns auf den Weg der Fragen begeben und aus der Vergangenheit schöpfen.


Wofür war die Trennung gut?


Was hast du in dieser Zeit über dich selbst gelernt?


Welche Ziele hast du schleifen lassen, der Partnerschaft zuliebe, die du jetzt verfolgen kannst?

Worauf möchtest du in der kommenden Zeit den Fokus in deinem Leben ausrichten?


Wichtig ist sich bewusst zu machen, dass Liebeskummer Zeit braucht und in Phasen verläuft. Er ist wie das Meer. Tief und unbeständig. Mal schlagen die Wellen hoch, werfen uns um und überfordern uns total, mal fühlt es sich ganz ruhig und gelassen an, nur um dann wieder in einer Welle über uns zusammen zu brechen. Mit der Zeit werden die Wellen niedriger und die ruhigen Phasen länger. Liebeskummer ist ein Prozess!


Und manchmal kann es sein, dass man alleine nicht mehr hinausfindet. Dann sollten wir uns niemals scheuen Hilfe anzunehmen und zu suchen! Das worauf es ankommt ist, dass wir alles dafür tun, dass es uns irgendwann wieder besser gehen wird!

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