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Ein Hoch auf die schlechte Laune - sie ist besser als ihr Ruf!

Ist es das allmorgendliche Chaos mit den Kindern und eine heftige Migräne im Anmarsch? Eine Szenerie, die sicher einige kennen. Angespannt und mit mäßiger Laune schleppen sich viele zur Arbeit. Doch anstatt zu ihrer schlechten Laune zu stehen und zuzugeben, dass es nicht der beste Tag ist, kämpfen sie sich lieber mit aufgesetzter Fröhlichkeit weiter voran. Aber muss das sein?

PURE! Das digitale Magazin: Ein Hoch auf die schlechte Laune - sie ist besser als ihr Ruf!

Zwingen wir uns zur guten Laune?

Ratgeber mit Anleitungen für ein erfülltes Leben überfluten Buchhandlungen. Sie zelebrieren mehr Erfolg und Glück durch positives Denken. Der Diplom-Psychologe Arnold Retzer stellt in seinem Buch "Miese Stimmung. Eine Streitschrift gegen positives Denken" den gesellschaftlichen "Glaubenssatz" infrage. Seiner Meinung nach ist gerade die Unterdrückung der Gefühle, wie beispielsweise Trauer oder Angst, einer der Gründe, warum so viele Menschen unglücklich und unzufrieden sind - trotz vermeidlicher guter Laune. Auch Untersuchungen von US-Wissenschaftlern der University of California unterstützen Retzers Meinung: Wer schlechte Laune hat, sollte diese ruhig zulassen. Denn negative Emotionen gewähren zu lassen wirkt sich auf Dauer positiv auf die eigene Gesundheit aus. Menschen, die ihre schlechte Laune akzeptieren sind im Schnitt glücklicher als diejenigen, die ihre negativen Gefühle nicht zulassen wollen. Laut Einschätzung der Psychologen führt Letzteres nur zu mehr Stress, der krank machen könnte.


Wer traurig ist darf weinen.

Bereits in unserer Kindheit lernen wir die eigenen Emotionen zuzulassen und als wichtig einzuschätzen. Wenn man traurig ist, dann darf man weinen! Was als Kind so selbst-verständlich ist, vergessen wir als Erwachsenen allzu oft. Es ist legitim, das gesamte Gefühlsspektrum zu leben.


Positives Denken: die Zauberformel im Berufsleben, aber auch im Privatleben. Wir erwarten tagtäglich gut gelaunte Kollegen, Stabilität und emotionale Belastbarkeit. Das Streben nach Daueroptimismus setzt uns unter Druck. Dabei ist es unter Forschern bekannt, dass schlecht gelaunte Menschen wesentlich produktiver sind, als ihre gut gelaunten Kollegen. Sie sind wesentlich besser analytisch zu denken und erfolgreicher, andere von ihrer Meinung zu überzeugen.


Positiv denken und fühlen

Die amerikanische Psychologin Barbara Fredrickson vergleicht es mit dem Tragen eines T-Shirts, auf dem "Das Leben ist schön"! steht. Sie unterscheidet zwischen positivem Denken und positivem Fühlen. Der Satz kann erfreuliche Gefühle wecken, garantiert aber eben keine anhaltende Freude.


Wichtig ist doch positive Momente zu erkennen und diese auch zu feiern - mit dem Wissen der Vergänglichkeit. Ganz ohne Stress und Zwang. Wir entscheiden selbst, die schlechte Laune anzunehmen oder ihr mit den bekannten Tricks entgegenzuwirken.

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