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Die musizierenden Bergwanderinnen: Gib der Wildnis eine Klangspur des Lebens

ROSE FREEMAN UND ANASTASIA M. ALLISON sind beide Bergwanderinnen und schon ein Leben lang Musikerinnen. Eine Reihe seltsamer Fügungen hat sie zusammengebracht, und sie erkannten, dass sie einen gemeinsamen Traum hatten: mit unseren Musikinstrumenten – Geige und Keyboard – zu wandern und in der Wildnis zu spielen. Zu ihrem "Publikum" zählten u. a. der Mount Pilchuck, der Monte Cristo, der Sloan Peak, der Mount Baker und weitere Gipfel des Kaskadengebirges. In der Tonaufnahme ihres allerersten Konzerts hört man eine von den beiden sagen: "Ich frage mich, ob uns irgendwer gehört hat."

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"Seit mein Opa mir das erste Keyborard schenkte, hatte ich den Lebenstraum, auf einem Gipfel Klavier zu spielen. Im Bergsteigerkurs musste ich mit 20 Kilogramm Gepäck trainieren, was dem Gewicht eines Keyboard-Rucksacks entspricht. Mein Keyboard in einem 60-Liter-Rucksack zu tragen, um mir den Lebenstraum eines musikalischen Gipfelerlebnisses zu erfüllen, ist persönlich äußerst befriedigend." – Rose


"Als Kind wurde ich massiv gemobbt und ich kämpfte um meinen Platz in der Welt. Mit vier Jahren fing ich an, Geige zu spielen, und verbrachte die meiste Zeit draußen, um wandernd die Gegend zu erkunden. Die Musik und die Berge waren immer meine Zuflucht – dies sind die beiden Dinge in meinem Leben, die es mir erlauben, ganz wertungsfrei die zu sein, die ich bin." – Anastasia

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In der Wildnis musizierende Bergwanderer anzutreffen, ähnelt der Begegnung mit einem Yeti – die beiden Frauen kündigen ihre Konzerte nie an und sind nor-malerweise längst über alle Berge, ehe die meisten überhaupt am Ausgangspunkt des Wanderwegs eintreffen. Viele fragen sich, wann sie spielen werden, aber die wahre Magie liegt darin, dass sich die Gipfelkonzerte von Rose und Anastasia immer spontan ergeben. Sie geben besonders acht darauf, keine Spuren zu hinterlassen (nach dem offiziellen "Leave-No-Trace"-Prinzips. www.lnt.org), und sie vermeiden, dass ihnen große Gruppen in die Wildnis folgen.


An einem Tag, an dem sie in der Wildnis ein Konzert geben, stehen sie normalerweise extrem früh auf – manchmal schon um 1 oder 2 Uhr nachts. Sie fahren zum Ausgangspunkt und fühlen dabei so viel Euphorie, dass sie vor Energie förmlich vibrieren. Die Wanderung beginnt in der mondbeschienenen Dunkelheit und mit Stirnlampen. Wenn die Sonne langsam auf-geht, beginnen sie, sich mental auf unser Konzert einzustellen: "Werden wir es vor Sonnen-aufgang bis zum Gipfel schaffen? Wird uns dort zu kalt sein? Wird der Wind abflauen?" Jedes musikalische Bergabenteuer birgt seine eigenen Herausforderungen. In der kühlen, dünnen Höhenluft verstimmen sich die Saiten schnell. Stürmische Winde lassen Notenblätter wie Papierflugzeuge den Berghang hinunterwirbeln. Das Prozedere ist ziemlich aufregend – sie ziehen sich hektisch um, bauen das Kamera-Equipment auf und packen die Instrumente aus. Trotz unserer Bedenken, wie sich die ersten Takte in der frischen

Bergluft wohl anhören werden, läuft alles perfekt.


Die Musik und die Berge sind zwei stark emotionale Sprachen, die jeden ansprechen. Der Traum von Rose und Anastasia ist es, diese kraftvolle Kombination zu nutzen, um die Menschen an all das Gute in der Welt zu erinnern.

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