Burnout - Was steckt wirklich hinter dieser Krankheit?

Burnout, eine ernst zu nehmende Krankheit, die sich seit der Jahrtausendwende innerhalb Mitteleuropas stark ausgebreitet hat, wird oft unterschätzt, belächelt, in die Ecke psychischer Krankheiten gedrängt oder gar bagatellisiert.

Leidtragende eines Burnouts haben auf jeden Fall nichts zu lachen und in den meisten Fällen sind sie auch nicht psychisch krank, sondern schätzten oft ihre physischen und psychischen Kraftreserven falsch ein. Sich einzugestehen, dass man mit seinem oft sensiblen Wesen nicht geschaffen ist für den unnatürlichen Leistungsdruck innerhalb Wirtschaft und Familie, dass es keine Schande ist, auch mal kürzer zu treten, dass man sich nach einem neuen Job umsehen darf, wenn einem der alte fast den Verstand raubt, dass man sich ruhig einer Fachperson anvertrauen darf, wenn man nicht mehr weiter weiss, dass gezielter Sport nicht Mord ist, sondern Katalysator, um Stress abzubauen, scheint sich noch nicht wirklich rum gesprochen zu haben. Denn sonst gäbe es diese Krankheit wahrscheinlich nicht in diesem hohen Masse. Genaue Zahlen kennen nur die Krankenversicherer, denn viele Burnout Opfer schämen sich, überhaupt zu ihrer Krankheit zu stehen. Warum? Weil sie durch die Gesellschaft quasi als Schwächlinge abgestempelt und durch die meisten Ärzte als psychisch instabil eingeschätzt werden. Wer will schon solch einen Stempel aufgedrückt bekommen innerhalb einer Gesellschaft, die von ihren Mitgliedern (also von Dir und mir) jeden Tag Bestleistungen, egal welcher Art, erwartet und diese gefälligst qualitativ einwandfrei? Von einer Gesellschaft, in der jeder genötigt wird, sich mit jedem zu messen, um noch besser, schöner, brillanter und perfekter zu sein, als der Rest der Menschheit? Denn jedes Menschlein wurde von Kindsbeinen an gedrillt, dazu zu gehören und auf keinen Fall zu scheitern, denn das gehört sich nicht und entspricht nicht den Erwartungen dieser Gesellschaft (uns!).


Um es vorweg zu nehmen: Burnout Versehrte sind keine Schwächlinge, sondern sie hantierten meist unvernünftig mit ihren körperlichen und seelischen Ressourcen, weil sie um jeden Preis dazu gehören wollten. Dabei übersahen sie oft ihre indivi-duellen Bedürfnisse, bürdeten sich viel zu viel auf und taten sich schwer mit dem Wörtchen NEIN. Lieber sagten sie zu allem Ja und Amen, weil sie kompromisslos gefallen wollten. So, wie man es ihnen im Elternhaus, in der Schule, bei der Arbeit, in der Partnerschaft und für ihre Elternrolle seit jeher eingetrichtert hat.


Die Buchautorin und Lebensberaterin Denise Bernadette Frei erlebte ein Burnout am eigenen Leib und verstand nicht, warum sie sich eines Tages mit Symptomen konfrontiert sah, wie:

  • Schwindel- und Panik-Attacken

  • Ein zu hoher Blutdruck, der sich medikamentös nicht mehr einstellen liess

  • Schilddrüsen Unterfunktion durch falsche Medikamenteneinnahme

  • Hörsturz mit bleibendem Tinitus

  • Reizdarm mit Durchfallattacken

  • Rückenschmerzen und Verspannungen, vor allem im Nackenbereich

  • Leseschwäche (verdrehte Buchstaben)

  • Weinerlich, nicht mehr belastbar (rasch die Nerven verloren)

  • Körperlich völlig ausgepumpt

  • Schlafstörungen

  • Übersäuerung

Trotz dieser Beschwerden ging sie weiterhin jeden Tag brav zur Arbeit, um ja keine Schwäche zu zeigen und um weiterhin allen zu gefallen, so, wie man dies von ihr erwartete. Ein verhängnisvolles Lebensmuster, das ihr jedoch zu spät bewusst wurde.

Irgendwann wurde es ihrem Hausarzt zu bunt und zog sie mit den Worten „Sie haben ein Burnout und bleiben sofort, sofort habe ich gesagt, zuhause!“. Erst da wurde ihr bewusst, dass sie am Boden lag und dringend Hilfe benötigte.


Die schlechte Nachricht

Im Fall von Denise Bernadette Frei dauerte es sieben Jahre, bis sie wieder einigermassen auf den Beinen stand. Und, es gibt kein allgemein gültiges Rezept, um aus einer Burnout Krise heraus zu finden. Jeder Burnout-Verlauf ist anders, auch wenn die Symptome ähnlicher Natur sind. Denn spätestens während der Heilungsphase wird klar: Der Mensch ist ein Individum, was für den einen gut ist, kann für den andern schlecht sein!


Die gute Nachricht

Es gibt viele Wege, um eine ernsthafte Burnout-Krise zu vermeiden. Dies bedingt als erstes, dass man sich bewusst wird: Allen zu gefallen, ist Out! Sich selber gefallen, ist In. Und dies, ohne gleich zum Ego-Bolzen zu mutieren. Und was die ANDERN zur neuen Lebenshaltung sagen, ist egal. Denn genau diese ANDERN sind die letzten, die Dich in einer Burnout Klinik besuchen werden……!


Wie reagieren, wenn es bereits zu spät ist und das Burnout seinen Lauf nimmt?

  • Sofort eine Fachperson aufsuchen, die sich mit dieser Thematik auskennt.

  • Sich genügend Zeit nehmen, um wieder vollkommen zu genesen!

  • Keine Wunder erwarten, denn sind die Batterien erst mal unten, egal ob körperlich oder psychisch, brauch es Zeit, Zeit und nochmals Zeit, bis sie wieder aufgeladen sind.


Persönliche Erfahrungen mit Therapien

Denise Bernadette Frei halfen vor allem die vertrauensvollen Gespräche mit ihrer Ärztin.

Weiter halfen Fitnessübungen, die auf ihre Bedürfnisse abgestimmt wurden.

Durch Atem-Therapie lernte sie zudem ihrem Körper vermehrt Sauerstoff zu-zuführen. Durch ungenügende Atmung wird das Körpersystem mit lebenswichtigem Sauerstoff unterversorgt. Eine spezielle Atemtechnik half zudem, Panikattacken und Schwindel zu überwinden.


Akupunktur wurde verschrieben, half ihr aus ihrer Sicht jedoch nicht weiter.

Denise Bernadette Frei verzichtete von Anfang auf Psychopharmaka und setzte auf Naturmedikamente. Doch jeder Fall ist anders und es gibt Fälle, da drängen sich Psychopharmaka unbedingt auf. Dies entscheidet immer der behandelnde Arzt oder Ärztin in Absprache mit dem Patienten oder Patientin.


Um Erschöpfungszustände zu reduzieren und neue Kräfte aufzubauen, helfen geführte Meditationsübungen, die Entspannung für Körper, Geist und Seele garantieren. Gegen Ohrengeräusche helfen Massagen, die Oberkörper und Kieferbereich entlasteten. Ebenfalls hilfreich sind Meditationsübungen, um die Geräusche zu minimieren. Während der Genesungsphase hinterfragte sich Denise Bernadette Frei immer wieder von neuem und beschäftigte sich mit Fragen wie:

  • Warum habe ich es überhaupt so weit kommen lassen, dass ich zur Burnout Versehrten wurde?

  • Was hat es mit mir zu tun?

  • Wo liegt der wunde Punkt innerhalb meiner Lebensgeschichte, den ich bis jetzt übersehen habe? Oder gar übersehen wollte?

  • Warum wollte ich um jeden Preis immer nur gefallen und dies bis zum Umfallen?

Tatsächlich bekam sie im Laufe der Zeit Antworten auf all ihren Fragen und zwar auf sehr ungewöhnliche Weise. Daraus entstand der Autobiographische Roman „Gefallen bis zum Umfallen“ – nach dem Burnout ein Blick weit zurück!


Sie erkannte, als es ihr wieder besser ging, dass ihre Burnout Erkrankung nicht nur Fluch, sondern vor allem Segen für ihre weitere Zukunft war. Sie bekam durch die Krankheit quasi den Schlüssel zu einem neuen Leben in die Hände gedrückt, um alte, längst überholte Rollenmuster loszulassen.


Nach jedem Burnout geht es weiter – aber nicht mehr so, wie es einmal war!

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