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Bin ich einsam oder einfach gern allein?

Das Alleinsein hat einen schlechten Ruf. Niemand will einsam sein. Doch viele von uns sind es, vielleicht nicht dauerhaft, doch kommt es vor, dass wir uns in Situationen wiederfinden, welche in uns ein einsames Gefühl hervorrufen.


Ein Beispiel hierfür ist, wenn Familienangehörige oder Freunde nicht greifbar sind. Man denkt an junge Menschen, die in großen Städten in kleinen Wohnungen leben und zum Feierabend in ihr Mikrowellenessen weinen. Oder wie ich vor einigen Jahren, die irgendwo übrig geblieben sind auf dem Marktplatz der Liebe und sich so fühlen, als hätte sie noch nicht einmal jemand beim Resterampenausverkauf mitgenommen.


Alleinsein wird oft mit Einsamkeit verwechselt und klingt nach Tristesse, Mangel und Leere.Einsamkeit ist ein schmerzhafter Zustand und bedeutet, den sozialen Draht zu anderen verloren zu haben. Alleinsein hingegen ist etwas objektives. Erst, wenn du dich auch dann alleine fühlst, selbst wenn Menschen um dich sind, kommst du dem Thema: „Einsamkeit“ immer näher. Ich denke, viele von uns sind heute zu oft einsam aber zu selten allein.


Einzelgängerin kämpft gegen Menschenliebhaberin

Die Menschenliebhaberin in mir will Kontakt, Gespräche, Nähe und möchte auf keinen Fall die Erste sein, die die beste Party des Jahres verlässt, weil sie den Rückzug und das

Alleinsein braucht, wie die Luft zum Atmen. Klingt irgendwie total nerdig... und uncool, oder?

Und im Gegensatz die Einzelgängerin in mir, will einfach nur alleine sein, alleine mit den eigenen Gedanken und Gefühlen… weil die eigentlich schon reichen. Fernab von größeren Gruppen und Menschenmengen, die mich überfordern und ich kaum weiß, wohin mit all dem, was auf mich einprasselt. Aber darf denn nicht auch beides sein?


Die Kraft des Alleinseins - Erfrischung und neue Energie erwarten uns

Heute, zum Beispiel, liegt ein leerer Tag vor mir. Keine Termine, keine sozialen Ver-pflichtungen. Wenn ich will, muss ich heute mit niemandem reden und niemandem begegnen. Und wenn ich ehrlich zu mir bin, dann ist das absolut keine Katastrophe – sondern es erfüllt mich mit tiefer Freude. So viel Zeit!, So viel Stille! So viel Kreativität, die in mir drin sprechen darf!

Tatsächlich ist das Alleinsein die Quelle auf unsere Emotionen und Erinnerungen, unsere Ideen und Gedanken besser zugreifen zu können. Wir erkennen den Sinn und die Zusammenhänge in unserem Leben leichter, können uns besser in andere hineinfühlen. Dafür müssen wir den Stecker ziehen und eine Weile uns von den Ablenkungen frei machen.

Diesen Platz finden wir am ehesten alleine. Gerade dann, wenn wir meditieren, fantasieren oder unsere Gedanken schweifen lassen.


Interessanterweise bin ich, wenn ich alleine bin, alles andere als einsam. Im Gegenteil, während ich alleine bin, sortieren sich die Dinge in mir. Es bringt mich auf viel bessere Ideen, wie ich Probleme lösen kann, wenn ich eins habe. Vielleicht bist auch du auf der Suche nach einer Antwort und hast sie bisher in keinem Podcast, Büchern, Gesprächen oder in Netz gefunden? Vielleicht steigt die Antwort selbst aus dir auf, wenn du dir die Zeit zum Alleinsein nimmst.


So wie es aussieht, lohnt sich das "Date" mit mir selbst. Diese Beziehung gibt mir viel Liebe und Halt, Eigenständigkeit und Selbstbewusstsein. Ich kenne sehr viele Menschen, die auch ohne intensiven sozialen Kontakt sehr glücklich mit ihrem Leben sind. Natürlich ist der Mensch ein soziales Wesen, aber es ist auch entscheidend, was wir ein Leben mit uns selbst führen. Da kann die schönste äußere Beziehung die Einsamkeit vielleicht nicht stillen, wenn wir mit unserem Inneren nicht im Reinen sind. Gönne dir diesen Raum des Rückzugs und der Stille - er gehört dir!

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