Besser ziellos Leben?

Unser alltägliches Leben ist oft purer Stress, gepaart mit hohen Erwartungen an unser zukünftiges Leben und unser Kopf ist voll damit was wir in der Zukunft tun wollen, was wir gerne haben möchten oder was wir unbedingt erreichen wollen. Viele von uns stecken sich große Ziele, hetzen sich ab und arbeiten hart darauf hin.

Und wenn wir dann erreicht haben, was wir wollten, stellen wir fest, dass es uns überhaupt nicht glücklicher, besser oder schöner gemacht hat. Und die Zeit, in der wir darauf hingearbeitet haben, konnten wir zumeist auch nicht genießen. Diese (Lebens-)Zeit ist vergangen. Sie zog an uns vorbei, ja manchmal waren wir sogar froh, wenn die Tage schnell vorbei waren. Und oft sind die Ziele die wir uns stecken, nicht mal unsere eigenen, sondern von der Gesellschaft, den Eltern oder Freunden vorgegeben.


Doch was bringt uns das? War es das wirklich wert?

Was, wenn das ein Gefängnis ist, das wir uns selbst erschaffen? Eines indem wir Zufriedenheit und das echte Leben für unsere Ziele aufgeben? Können wir unsere Ziele vielleicht einfach loslassen und jetzt und hier schon glücklich sein?


Laut einem Zen Mönch, sollen wir alle Ziele loslassen und uns für das Leben öffnen. Für das was gerade ist und was das Leben für uns in diesem Moment bereithält. Wir sollen dem Leben folgen, anstatt den Zielen. Und zwar indem wir das tun, worauf wir gerade Lust haben. Denn, auf was wir keine Lust haben, erledigen wir meistens ohnehin nicht. Wir brauchen dafür nur unsere Intuition und unsere Leidenschaft. So erfahre man mehr Erfüllung, mehr Freude, mehr Freiheit und ist dabei auch noch produktiver, da man mit mehr Begeisterung handelt.


Wenn du etwas loslässt, bist du etwas glücklicher.


Wenn du viel loslässt, bist du viel glücklicher.


Wenn du ganz loslässt, bist du frei.

– Ajahn Chah


Das erinnert an Eckart Tolle, der ebenfalls dafür plädiert im gegenwärtigen Moment zu sein und nicht ständig mit den Gedanken in der Zukunft zu hängen. Wenn wir ohne große Ziele leben, so verbinden wir uns mit dem Leben. Wir sind im gegenwärtigen Moment lebendig und können unsere Intuition wieder wahrnehmen.


Doch einfach so alle Ziele aufgeben?

Das ist für viele von uns sicher erstmal nicht so leicht umzusetzen oder gar ganz unvorstellbar. Vielleicht fragen wir uns zu Anfang selbst warum wir uns diese Ziele eigentlich gesetzt haben und lassen sie dann ganz bewusst los. Wenn wir das schaffen, (wie man los lässt könnt ihr unter anderen bei diesem buddhistischen Mönch nachlesen) können wir erkennen, dass die allermeisten Ziele die wir haben, entweder nicht unsere eigenen sind, uns einschränken oder unerreichbar sind. Wir haben also die Gegenwart nicht angenommen, weil wir sie immer gerne anders gehabt hätten als sie war. Nun stehen wir also erstmal ungeschützt und unbeholfen da und verbinden uns mit der Gegenwart. Im nächsten Schritt hören wir in uns und erkennen, ob wir gerade Stille oder Ausdruck in unserem Leben brauchen. In welcher Phase, in welchem Zyklus befinden wir uns gerade? So wie alle anderen Lebewesen, wie die gesamte Natur, ziehen wir uns ein oder breiten uns aus.


In welcher Phase befinden wir uns also?

Wenn wir in uns „einkehren“ wollen, dann brauchen wir viel Ruhe. Dann ist es sinnvoll zu meditieren, Zeit mit Freunden zu verbringen, zu reisen (um des Reisens willen) oder einfach nur so in den Himmel zu schauen und Dinge zu tun, die uns entspannen. In dieser Phase können wir erkennen was uns wichtig ist und was uns wirklich gut tut. Sind wir in der Phase des Ausdrucks, wollen wir wachsen und uns ausdrücken. Haben wir in der Phase der Ruhe herausgefunden was uns wichtig ist, so können wir weitergehen in diese Richtung. Entweder zieht es uns ganz deutlich in eine bestimmte Richtung oder aber wir erkennen unsere Bestimmung, unsere Lebensaufgabe. Sie kann uns den Weg weisen und mit ihr brauchen wir keine Ziele mehr.


Ein großer Helfer auf diesem Weg ist die Achtsamkeit. Wenn wir es schaffen mehr Achtsamkeit in unser Leben zu bringen, so erkennen wir, dass die Kraft und der Weg in der Ruhe liegt. Wir tun die Dinge bewusst und nehmen bewusst wahr. Wir hören wieder unsere innere Stimme, unsere Intuition und können uns fragen, „worauf habe ich Lust, was sind die Konsequenzen und stärkt es mich und die Welt?“.

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