• pure

Ausmisten mit Marie Kondo - der Weg zur Selbsterkenntnis

Die Japanerin Marie Kondo hat ihr Leben der Ordnung gewidmet. Das große Reinemachen von Haus und Seele hat sich zu einem geschäftsträchtigen Modetrend entwickelt. Doch macht eine aufgeräumte Wohnung automatisch glücklicher?


Was kannst du tun, herausfinden was du jetzt brauchst. Natürlich erst mal die Dinge wegwerfen, die wir nicht brauchen. Eine Japanerin macht reinen Tisch - Marie Kondo. Die Ikone einer globalen Aufräumbewegung steht hoch im Kurs. Sie ist derzeit die populärste Aufräumexpertin. Ihr Buch "Magic Cleaning" wurde ein Bestseller. Doch, sie ist nicht allein: Meist weibliche Aufräumcoaches verfassen Ratgeber, beraten Aufräumwillige im Internet, Blogs oder Postcasts. Sie kommen sogar - wenn man es sich leisten kann - in die eigenen vier Wände, um das kluge Aussortieren zu lehren.


Marie Kondo lehrt: „Meiner Meinung nach ist das Aufräumen der kürzeste Weg zur Selbst-erkenntnis. Dein Besitz, also alles, was dich umgibt, erzählt dir die Ge-schichte über deine Entscheidungen. Das Aufräumen ist wie eine Inventur deiner Persönlichkeit, bei der du entdecken kannst, wer du bist und was du wirklich willst.“ Marie Kondos Methode gleicht einem Ritual: Besucht sie eine Klientin, setzt sie sich zunächst auf den Boden, begrüßt die Wohnung und bedankt sich bei ihr. Ein durchaus theatralischer Akt, dessen Wurzeln bis in die japanische Volksreligion, dem Shinto, reichen und ihr eigenes Erweckungserlebnis dokumentieren. Nach einem nervösen Zusammenbruch, als Folge einer Aufräumneurose, fand sie angeblich den Schlüssel zu ihrer KonMari-Welt.


Wir verraten euch die drei wichtigsten Regeln der Konmari-Methode von Marie Kondo, um dem aufgeräumten Leben einen guten Schritt näher zu kommen.


1. Nach Ketegorien ausmisten

Marie Kondos Methode gleicht einem Ritual: Stehen wir einmal vor dem Haufen unseres gesamten Hab und Guts, dass wir in der Mitte eines Zimmers aufgetürmt haben, schenken wir den Dingen unsere ungeteilte Aufmerksamkeit. Was uns glücklich macht, behalten wir und legen es systematisch in Kästen und Regale.

So sollte man nicht nach Zimmern oder schrankweise ausmisten, sondern nach Kategorien. Du sollst natürlich nicht alles, was du besitzt, entsorgen. Aber, wenn du dich einer Kategorie widmest, empfiehlt Marie Kondo, alle Teile dieser Kategorie aus den Schränken, aus den Wäschekörben, den Schubladen und Kisten zu holen. Ganz schön viel, oder?

Du solltest sogar auf eine bestimmte Reihenfolge achten. Du startest mit Kleidung und dann über Bücher, Pflegeprodukte, Elektronik, usw. Bis zur letzten Kategorie, den sentimentalen Gegenständen. Die Idee ist, dass man mit den Kategorien startet, die leichter auszusortieren sind, da man eine weniger starke Bindung zu den Gegenständen hat. So vorzugehen hat absolut seinen Reiz, da man so den Überblick hat, was man alles besitzt. Außerdem kannst du so Kaufmuster erkennen. Dieses Wissen über Dein Kaufverhalten ist unheimlich wertvoll, um in Zukunft bewusster einzukaufen – schließlich willst du ja nicht ein paar Monate später schon wieder vor einem ähnlich großen Berg an Kleidung stehen.


2. Does it spark joy?

...ist wohl der Satz schlechthin, den man mit Marie Kondo verbindet. Marie Kondo empfiehlt, alle Gegenstände in die Hand zu nehmen und sich dabei genau das zu fragen: "does it spark joy? - Machst du mich glücklich? Brauche ich dich noch in meinem Leben?" Wer zweifelt, weiß eigentlich schon, dass man sich ruhig trennen kann. Um die Trennung leichter zu machen, bedankt man sich noch für die gemeinsame Zeit und sortiert dann aber auch rigoros aus. Socken beispielsweise, danken wir für die Mühen, die sie auf sich genommen haben, um unsere Füße zu schützen. Sie beschreibt, dass Gegenstände Rudelwesen sind, also die Socken zum Beispiel, sich eben einsam fühlen, wenn sie alleine sind. Deswegen muss man sie mit anderen Socken zusammen aufbewahren.

Ich muss gestehen, für mich klang es im ersten Moment etwas esoterisch. Aber inzwischen verstehe ich ihr Argument. Ein Gegenstand, der uns keine Freude bringt, ist ein Gegenstand den wir nicht vermissen. Also warum nicht aussortieren? Zudem finde ich es schön, dass Marie Kondo’s Kriterium does it spark joy? sich darauf konzentriert, Dinge zu identifizieren, die wir behalten möchten. Positivauswahl statt Negativliste.


3. Alles hat seinen festen Ort

Alles, was am Ende bleiben darf, bekommt ein dauerhaftes Zuhause. Kondos Trick: Kleidung "stehend" falten und ablegen. Als ich das, das erste Mal gelesen hatte, schwankte meine Reaktion zwischen was für ein Käse und das funktioniert nie. Aber die Technik bietet tatsächlich einige Vorteile: Man sieht auf einen Blick was man besitzt, packt nicht einfach immer mehr oben drauf und vergisst, was weiter unten liegt. Denn mal ehrlich: Das T-Shirt, das unten im Stapel liegt, tragen wir nie. Aus den Augen, aus dem Sinn.

© 2020 by think.smart GmbH | Königsallee 27, 40212 Düsseldorf | agentur@think-sm.art