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Achtsamkeit: Die Musik der Stille

Advent- die Zeit der Besinnlichkeit und der freudigen Erwartung auf das, was Weihnachten ist. Um zu einer adventlichen Besinnung zu kommen, braucht es nicht viel, aber vermutlich muss es gut geplant werden: eine Zeit der Stille für sich selbst, ohne Tagesordnung und ohne Aufgabenkontrolle. Besonders in einer Zeit wie heute, in der viele nach dem Sinn des Lebens fragen, ist Besinnung zur Sinnfindung ein wichtiges Thema.

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Im Alltag gibt es immer weniger Momente ohne Lärm. Deshalb tut es gut, bewusst die Stille zu suchen – nicht nur den Ohren, sondern auch dem Geist, der sich sortieren kann und durch Pausen sogar kreativer wird. Wer meditiert, der weiß, wie auch entspannend Stille sein kann.


Eine Reise zu uns selbst

Ruhe ist nicht gleichzusetzen mit Stille. Stille setzt eine Abwesenheit störender Lärm- und Schallquellen voraus. Ruhe hingegen bezieht sich auf das Fehlen von Hektik und Ablenkung. So ist eine Geräuschkulisse nicht per se ruhestörend. Angenehme Geräusche können das persönliche Wohlbefinden sogar steigern. Als angenehm werden insbesondere natürliche Klänge wie Vogelgezwitscher, Wasserrauschen, oder das Rascheln der Blätter im Wind betrachtet.


Davon ist auch der Abenteuerreisende Erling Kagge überzeugt. Der Norweger ist allein über den Atlantik bis in die Karibik gesegelt und hat die Antarktis durchquert. In seinem Buch „Stille – Ein Wegweiser“ (Insel Verlag) berichtet er, wie er die Ruhe bei diesen Reisen erlebte: „Je stiller es wurde, desto mehr hörte ich.“ Für Kagge ist Stille nicht nur das Fehlen von Geräuschen. Die Ruhe bedeutet ihm eine Reise zu sich selbst: Momente, in denen man ausnahmsweise nicht über Vergangenheit oder Zukunft nachdenke, sondern über das Jetzt, über die eigenen Wünsche, Sorgen, Werte und Ziele. Es sei gut, sagt Kagge, „einfach allein zu sein, und wenn es nur fünf Minuten sind“.


So hört sich unser Leben an

An Gerüche kann sich der Körper gewöhnen, an Geräusche nicht, sei es die Baustelle nebenan, seien es Straßenverkehr oder Fluglärm. Um mit den akustischen Belastungen fertig zu werden, müssen wir viel mentale Energie aufbringen. Oft ist uns gar nicht bewusst, welchem Lärmpegel wir permanent ausgesetzt sind. Im Großraumbüro wird man ebenso beschallt wie zu Hause, wo vielleicht gerade die Spülmaschine rauscht, der Ventilator des Computers summt oder das Handy piepst. Obwohl gerade Elektrogeräte in den vergangenen Jahren leiser wurden, sind laut einer Umfrage des Instituts Allensbach drei Viertel der Deutschen überzeugt, dass der Lärm zugenommen habe. Dauerhafter Lärm schädigt deshalb nicht allein den Körper, er kann sich auch auf die Seele auswirken und Depressionen fördern. Selbst in den Bergen, in denen wir ehedem die umfassende Abwesenheit von Geräuschen erleben konnten, wird die Ruhe immer häufiger gestört durch Hüttenmusik oder das Knattern der Motorräder, das durch die Täler hallt.


Orte des Rückzugs aus dem Lärm

Ruhe kann man in der Natur oder zu Hause finden. Durch die Ausdehnung der Siedlungen gehen wertvolle Freiflächen und Naherholungsgebiete verloren. Daher gibt es immer mehr offiziell deklarierte Orte der Stille: In Berlin wurde am Brandenburger Tor sogar ein Raum der Stille eingerichtet, damit die Touristen dem Großstadtlärm für einen Moment entfliehen und wieder zu sich kommen können. Dem wachsenden Bedürfnis nach Ruhe begegnen aber auch Stille-Retreats, Waldbaden, Naturtherapie, Meditationskurse und Schweigeseminare. Auch in der Sauna findest du Entspannung den speziell eingerichtete Ruheräumen.


Gönne dir regelmäßig Augenblicke der Ruhe und spüre in diesen Momenten das Gefühl des inneren Friedens. Für viele Menschen, besonders in allen Religionen, ist das Still-Werden der Schlüssel zur Erleuchtung.

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