7 Nachhaltigkeits-Mythen zum Thema Plastik und Verpackungen

„Plastik ist schlecht.“ Diese Aussage ist ziemlich verkürzt und stimmt so nicht. Denn Kunststoffe sind leicht, ziemlich robust gegenüber Hitze und Wasser und außerdem flexibel einsatzbar. Außerdem ist Plastik günstig in der Herstellung, lange haltbar – und kann für Sterilität sorgen, weshalb Gegenstände aus Kunststoff besonders in der Medizin wichtig sind.

Aber das Problem ist: Plastik wird aus Erdöl bzw. Rohbenzin und somit einem fossilen, endlichen Rohstoff hergestellt und hält ewig, weil es nicht verrottet. "Noch in hunderten von Jahren wird jedes einzelne Stück Plastik, das jemals hergestellt und nicht verbrannt wurde, irgendwo auf der Erde existieren", warnt der NABU neben zahllosen anderen Experten.


Deshalb werden vor allem Verpackungen und Einwegplastikprodukte immer mehr zum Problem. Denn Kunststoffe, die in die Natur und Gewässer gelangen, werden zur Gefahr für die Umwelt, für Tiere und Menschen. Plastikprodukte enthalten zahlreiche Chemikalien und Giftstoffe, die Risiken für unsere Gesundheit aber auch das Ökosystem darstellen. Mehr zu den Gefahren rund um Plastik lesen Sie hier.


Deshalb ist es wichtig, Plastik dort zu vermeiden, wo es unnötig ist und mehr schadet als nutzt. Doch der Weg zu mehr Nachhaltigkeit im Umgang mit Kunststoffen ist kompliziert. Deshalb räumt FOCUS Online mit 7 Mythen rund um Plastik, Plastik-Alternativen und Verpackungen auf.


Mythos 1: "Bio-Plastik ist nachhaltiger als normales Plastik"

Um diese These zu prüfen, ist es zuerst einmal wichtig zu unterscheiden, dass es biobasierte und biologisch abbaubare Kunststoffe gibt. Wie das Umweltbundesamt (UBA) erklärt, unterscheiden die sich folgendermaßen: “Biobasierte Kunststoffe sind teilweise aus Biomasse hergestellte Kunststoffe, also z. B. aus Mais und Zuckerrohr. Biologisch abbaubare Kunststoffe hingegen sind Kunststoffe, die sich unter bestimmten Bedingungen zersetzen und beim Abbau nichts als CO2 und Wasser hinterlassen.”


Das klingt beides zunächst einmal nachhaltiger, als konventionelles Plastik, dessen Grundstoff Erdöl ist. Oder?


Betrachten wir zunächst die biologisch abbaubaren Kunststoffe.


Für die gilt: “Einige abbaubare Polyester werden bisweilen auch aus Erdöl hergestellt. Somit sind nicht sämtliche biologisch abbaubaren Kunststoffe auch biobasiert”, wie das Umweltbundesamt erklärt.


Und es gibt noch weitere Probleme, denn Verpackungen aus biologisch abbaubaren Kunststoffen…


  • dürfen nicht in der Bioabfallsammlung entsorgt werden (mit der Ausnahme von Bio-Abfallsammelbeuteln, dazu mehr bei Mythos 5),


  • dürfen nicht in der Umwelt entsorgt werden und stellen dort ebenso wie andere Kunststoffe ein Risiko dar,


  • werden in der Umwelt frühestens nach einigen Monaten meistens aber noch nicht mal nach mehreren Jahren abgebaut,

  • 
sind bisher nicht recyclingfähig und müssen energetisch verwertet werden,


  • sorgen im Gegensatz zu wiederverwendbaren Verpackungen und Produkten für unnötige Abfälle.



Und wie steht es um die Nachhaltigkeit von biobasierten Kunststoffen?


Laut Umweltbundesamt sind sie nicht nachhaltiger als konventionelles Plastik: “Aus vergleichenden Ökobilanzen einfacher Gegenstände und Verpackungen wissen wir, dass sich die Umweltauswirkungen nicht wesentlich verbessern, wenn die Rohstoffe biobasiert sind statt fossilbasiert.”


Denn die Auswirkungen verschieben sich eher. “Während konventionelle fossilbasierte Kunststoffe mehr klimawirksames CO2 freisetzen, äußert sich der ökologische Fußabdruck biobasierter Kunststoffe in einem höheren Versauerungs- und Eutrophierungspotential sowie einem gewissen Flächenbedarf.” Der Hintergrund ist die landwirtschaftliche Produktion der Rohstoffe. Denn die könne zu Konkurrenz um Flächen mit der Lebensmittelproduktion führen oder es müssen zusätzliche Ausgleichs- und Waldflächen für die Produktion weichen.


Fazit: Bio-Plastik ist bislang nicht wirklich nachhaltiger oder ökologisch besser als konventionelles.


Alle weiteren Mythen findest Du auf hier.

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